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Veränderungen im Behinderten-Pauschbetragsgesetz beschlossen

Anpassung steuerlicher Regelungen (Behinderten-Pauschbetragsgesetz) beschlossen

Am 29.10.2020 hat der Bundestag das Gesetz zur Erhöhung der Behinderten-Pauschbeträge und die Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen (Be­hin­der­ten-Pausch­be­trags­ge­setz) verabschiedet.

Für Steuerpflichtige mit einem anerkannten Grad der Behinderung gibt es die Möglichkeit, statt eines Einzelnachweises für ihre Aufwendungen für den täglichen behinderungsbedingten Lebensbedarf , einen Behinderten-Pauschbetrag zu nutzen.

Ab dem Veranlagungszeitraum 2021 gelten die neuen Pauschbeträge.

Pauschbeträge *VZ 2020

Pauschbeträge ab VZ 2021

Grad der Behinderung von

Pauschbetrag in EUR

Grad der Behinderung von

Pauschbetrag in EUR

  

20

384

25 und 30

310

30

620

35 und 40

430

40

860

45 und 50

570

50

1.140

55 und 60

720

60

1.440

65 und 70

890

70

1.780

75 und 80

1.060

80

2.120

85 und 90

1.230

90

2.460

95 und 100

1.420

100

2.840

*VZ – Veranlagungszeitraum

In Zukunft wird ein Grad der Behinderung bereits ab 20 festgestellt.

Für behinderte Menschen, die hilflos im Sinne des § 33b Abs. 6 EStG sind, und für Blinde soll sich der Pauschbetrag auf 7.400 EUR (bisher 3.700 EUR) erhöhen.

Bisher wurde der Pauschbetrag Steuerpflichtigen mit einem Grad der Behinderung weniger als 50 nur gewährt, wenn

  • die Behinderung zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeit geführt hat,
  • die Behinderung auf einer typischen Berufskrankheit beruht oder
  • dem Steuerpflichtigen wegen seiner Behinderung eine gesetzliche Rente oder Bezug zusteht.

Diese Zusatzvoraussetzungen entfallen ersatzlos.  

Einführung eines behinderungsbedingten Fahrkosten-Pauschbetrages. Diesen werden folgende Personen erhalten:

  1. geh- und stehbehinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 80 oder mit einem von mindestens 70 und dem Merkzeichen "G",
  2. außergewöhnlich gehbehinderte Menschen mit dem Merkzeichen "aG", Blinde oder behinderte Menschen mit dem Merkzeichen "H".

Bei Erfüllen der Anspruchsvoraussetzungen nach Nr. 1 beträgt der Pauschbetrag 900 EUR. Bei der Nr. 2 beträgt der Pauschbetrag 4.500 EUR. In diesem Fall kann der Pauschbetrag nach Nr. 1 nicht zusätzlich in Anspruch genommen werden. Über diesen Fahrtkosten-Pauschbetrag hinaus sollen keine weiteren behinderungsbedingten Fahrtkosten als außergewöhnliche Belastung berücksichtigungsfähig sein. Der Pauschbetrag soll statt der bisher individuell ermittelten Aufwendungen für Fahrtkosten von Menschen mit Behinderung unter Abzug der zumutbaren Belastung zu berücksichtigen sein.


Verbesserungen beim Pflegepauschbetrag

Ab dem VZ 2021 gelten Änderungen beim Pflegepauschbetrag:

  • Die Geltendmachung des Pflegepauschbetrages ist unabhängig vom Vorliegen des Kriteriums "hilflos" bei der zu pflegenden Person möglich,
  • der Pflege-Pauschbetrags bei der Pflege von Personen mit den Pflegegraden 4 und 5 wird von 924 EUR auf 1.800 EUR erhöht,
  • ein Pflege-Pauschbetrag bei der Pflege von Personen mit den Pflegegraden 2 in Höhe von 600 EUR und 3 von 1.100 EUR wurde eingeführt.

Voraussetzungen für die Gewährung des Pflegepauschbetrags ist neben der häuslichen Pflege, dass der pflegende Steuerpflichtige für seine Pflege keine Einnahmen erhält. 

Quelle:

Bitte lassen Sie sich bei der Erstellung Ihrer Steuererklärung von einem Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater unterstützen.