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Ostergedanken

Liebe Freundinnen und Freunde des Sozialverband Deutschland,


Ihnen und Ihren Familien wünscht der Landesvorstand des SoVD in Mecklenburg-Vorpommern ein gutes Osterfest, trotz der auferlegten Ein- und Beschränkungen, trotz der Sorge um die Lieben und Freunde, trotz der Unsicherheit beim Blick in die Zukunft.

Wir wissen, dass Sie unglücklich, unzufrieden, enttäuscht und zunehmend wütend sind. Wer kann das nicht verstehen!

Ein Jahr bedrängt uns das Corona-Virus und nirgends ist Besserung in Sicht.

Trotz, dass der bisher wirksamste Impfstoff in Deutschland mit Steuergeldern entwickelt wurde, steht er nicht in erforderlicher Menge zur Verfügung. Längst hätten Produktionskapazitäten, neben den vorhandenen, zur Versorgung der Bevölkerung in Deutschland, in Europa, in der Welt, hier im Land  eingerichtet werden können. Eine Chance für wirtschaftlichen Aufschwung durch wissenschaftlich-technische Innovationen wurde vergeben.

Obwohl sehr viele Anticorona-Maßnahmen mit einem drohenden Mangel an Intensivbetten begründet wurden, sind keinen neuen geschaffen worden. Testverfahren von Wissenschaftlern, zwar unterschiedlich sicher, aber eben doch als Möglichkeit benannt, die immer neuen Wellen brechen zu können, stehen nicht ausreichend zur Verfügung.

Das föderale System in Deutschland hat sich nicht nur als unfähig erwiesen die Probleme einer Pandemie erfolgreich zu bekämpfen, sondern hat  wissenschaftlich begründete Ansätze zu einem Leben mit dem Virus, wie mit anderen Viren auch, einfach zertreten.

Welle auf Welle wurde beschworen, Besserung auf Besserung angekündigt, Impfprogramme entwickelt und verworfen, Impfzentren geschaffen und die, die es können, die Ärzte wurden außen vor gelassen. Als besonders schlimm haben wir die Diskussion um Systemrelevanz einzelner Personen und Personengruppen empfunden. Man mag den Gedanken nicht zu Ende führen. Wir haben uns deshalb ausdrücklich gegen eine solche Spaltung der Gesellschaft ausgesprochen. Nun, zum Osterfest hat der Bundespräsident wiederholt Solidarität angemahnt, für den Irrweg der Relevanz hat er sich nicht entschuldigt.

Denen, die angeblich geschützt werden sollten, die Alten und Hochaltrigen, den Großeltern und Urgroßeltern wurden nicht Lebensjahr gegeben, wie immer sehr laut verkündet wurde. Ihnen wurde Leben genommen, Leben mit Partner, Kindern, Eltern, Freunden und Bekannten.
Unser Verband hat sich immer sehr intensiv mit den Problemen der Pflegebedürftigen befasst, und auch unserer Arbeit ist es zu verdanken, dass in der Pflege ein Paradigmenwechsel stattgefunden hat. Weg von warm, satt, trocken - hin zu Mobilität und Teilhabe. Auch wir haben zugesehen, dass das Errungene vernichtet wurde, dass Pflegebedürftige weggesperrt wurden unter dem Deckmantel eines angeblichen Schutzes.

Zweifellos stellt die Impfung für diese Menschen einen tatsächlichen Schutz dar. Nur, was ergibt sich daraus? Sie werden dennoch ausgesperrt aus dem  Leben.

Auch können nicht alle zügig geimpft werden, weil zum Einen kein Impfstoff zur Verfügung stand, zum Anderen angeblich kein Impfpersonal bereitsteht und zum Dritten Dosen vom Impfdränglern beiseite gebracht wurden. Es war kein Drängeln, es war und ist ein Vagabundieren, es war Vandalismus, was da Jüngere, die irgendwie an der Quelle saßen, betrieben haben. Sie machten sich auch der Nötigung schuldig, indem sie von Ärzten verlangten, geimpft zu werden, obwohl den Ärzten klar war, dass der Impfstoff für eine andere Zielgruppe beschafft wurde. Rechtliche Konsequenzen? Fehlanzeige.

Stattdessen Krokodilstränen wegen der coronabedingten Übersterblichkeit. Feierstunden wurden angekündigt. Versagen soll damit kaschiert werden.

Nun kommen Stimmen auf, die ein bundesweit einheitliches Vorgehen befürworten, ja sogar ein Gesetz dafür verabschieden wollen. Wir haben schon zu Beginn der Pandemie ein solches Vorgehen gefordert. Alle sogenannten Projekte und Modellversuche eine Pandemie im Keim zu bekämpfen, sind untauglich. Die wissenschaftlichen Berater der Bundesregierung haben dies auch immer betont, die Politik ist ihren dringenden Appellen nicht gefolgt. Welch eine Ignoranz und Überheblichkeit. Die wenigen realitätsnahen verantwortlichen Politikerinnen und Politiker, wie unsere Ministerpräsidentin und ihr Gesundheitsminister in Mecklenburg-Vorpommern, wurden übertönt und sogar zurechtgewiesen. Statt ihre Vorschläge zur Nutzung der historisch guten Beziehungen für die Beschaffung des russischen Impfstoffes ernsthaft zu prüfen, wurden diese aus ideologischen Gründen abgewiesen, und somit mussten weitere Menschen erkranken und sogar sterben, weil alternative Impfstoffe nicht vorhanden waren und immer noch nicht sind.

Nun kommen Diskussionen auf, einen Tag nach dem Aufruf des Bundespräsidenten zur Solidarität, Geimpften Privilegien gegenüber Nichtgeimpften einzuräumen. Wie realitäts- und auch demokratiefern muss ein Bundesgesundheitsminister sein, der solche Ideen entwickelt.

Es wird darüber diskutiert, 2021 das Abitur einfach ohne Prüfungen zu erlangen. Wieder ein Zurückweichen vor dem Faktischen und völlig fehlende Kompetenz in der Entwicklung von Alternativen. Zwei bieten sich an: Die Abiturnote resultiert aus den Zwischenprüfungen, den sogenannten Arbeiten und mündlichen Leistungskontrollen oder die Abiturstufe wird in Abiturprüfungen erworben, bei denen nur das Wissen geprüft wird, welches trotz der Coronaeinschränkungen in den Schulen vermittelt werden konnte. Dem stehen natürlich wieder die Regionalisierung und die, vom SoVD in MV vielfach kritisierte, Schulträgerlandschaft mit unterschiedlichen Lehr- und Lernkonzepten entgegen. Es bleibt abzuwarten, ob das Bildungsministerium in Schwerin in der Lage sein wird, ganz kurzfristig eine tragbare Lösung zu entwickeln, anzuordnen und durchzusetzen.

Gedanken zu Ostern.

Ich möchte sie optimistisch abschließen. Die natürliche Dialektik der Dinge setzt sich immer durch, auch gegen Dummheit, Ignoranz und Illusion.

Wir werden ein Leben nach der Pandemie haben, ein Leben mit Corona. Wir werden uns mit dem Virus arrangieren, eine Impfung wird uns schützen, so wie uns Impfungen gegen andere, nicht weniger gefährliche Krankheiten, schützen. 
Wir werden irgendwann die unsägliche und völlig unangebrachte Kriegsrhetorik in der Pandemie vergessen haben, wir werden Wellenbrecher wieder als das sehen, was sie sind, erstaunliche Bauwerke. 
Wir werden und wollen dies hoffentlich sehr bald erleben. Die Wahlen in diesem Jahr bieten uns allen Gelegenheit, Menschen in die Verantwortung für unser Land und seine Menschen zu bringen, die mit Klugheit, Kompetenz und Menschlichkeit Politik für alle gestalten.

Der SoVD in Mecklenburg-Vorpommern wird seinen Gliederungen demnächst entsprechendes Material für Gespräche und Diskussionen mit Bewerberinnen und Bewerbern um politische Ämter in unserem Land und im Bund zur Verfügung stellen.

Liebe Freundinnen und Freunde,

bleiben Sie hoffnungsvoll, bleiben Sie gesund. Erkennen Sie Kompetenzen und Ressourcen und meiden Sie Irrlichter und Rattenfänger.

Ihr

Dr. med. Helmhold Seidlein 
SoVD-Landesvorsitzender Mecklenburg-Vorpommern