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Der fünfte Tag

Pressemeldung

Damit es Frieden in der Welt gibt, 
müssen die Völker in Frieden leben.

Damit es Frieden zwischen den Völkern gibt, 
dürfen sich die Städte nicht gegeneinander erheben.

Damit es Frieden in den Städten gibt, 
müssen sich die Nachbarn verstehen.

Damit es Frieden zwischen Nachbarn gibt, 
muß im eigenen Haus Frieden herrschen.

Damit im Haus Frieden herrscht, 
muß man ihn im eigenen Herzen finden.

Laotse 
(vermutlich 6. Jh. v. Chr.)
 

Wer will wissen, aus welchen Teilen des Sowjetlandes die gefallenen Männer, Väter, Söhne stammten? Waren es Usbeken, Kasachen, Russen, Sibirier, Ukrainer, Litauer? Ist das von Bedeutung? Sie starben im Großen Vaterländischen Krieg in Kiew beim Kampf gegen einen gemeinsamen Feind.

„Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ (Paul Celan, geb. 1920 in der ukrainischen Stadt Czernowitz)

Wir fordern eine sofortige Waffenruhe im mörderischen Bruderkampf. 
Wir fordern die sofortige Einstellung aller nichtukrainischen und nichtrussischen Partei beziehenden Wortmeldungen und Bewertungen des aktuellen Geschehens zwischen den beiden Ländern.

Allein die Aufforderungen kein Krieg, aber Gespräche, ist hilfreich. Waffenlieferungen, gleich von wem und mit welchem Ziel, verlängern den Krieg. Position für die eine oder die andere Seite, verlängert den Krieg. 
Hören wir alle auf die Stimmen derer, die in machtvollen Demonstrationen Frieden verlangten und unterstützen sie auch in ihrer Forderung nach Hilfe für die Verlorenen im Ränkespiel der Mächtigen, den Frauen, Kindern, Alten, Hilflosen. 
Wenden wir uns ab von jeder Position der militärischen Stärke. Es gibt keine stärkere Position als die der Forderung nach Frieden! 
Wer, wenn nicht Deutschland, hätte die moralische Verpflichtung und das moralische Recht Frieden zu fordern. Lassen wir uns nicht von einigen, die jetzt schon wieder Krieg als etwas „Normales“ betrachten, darunter solche, die bis vor 5 Monaten das Wort Krieg nicht einmal in den Mund nehmen wollten und die Gefallenen in Afghanistan nur als Verunfallte bezeichneten. Denken wir daran, nicht Gräueltaten im Krieg sind das eigentliche Verbrechen, der Krieg ist es. Lassen wir nicht zu, dass Deutschland dieses Verbrechen unterstützt. Tun wir alles dafür, dass unser Land jegliche Hilfe gibt, um Lösungen für diesen und andere Konflikte zu entwickeln. Das ist unsere Aufgabe.

Niemals wird eine deutsche Bundeswehr die Kraft entwickeln können, jeglichem Aggressor zu begegnen, auch nicht in einem Bündnis. Es wäre aller Untergang. Glauben wir nicht den trommelnden Worten von Politikerinnen und Politikerinnen, wir müssten nur genügend Menschen in Uniform und genügend Waffen in deren Händen haben, dann wäre immer und überall Frieden.

Innerhalb von 150 Jahren hat Deutschland dreimal bitter erlebt, dass Waffen keinen Frieden auf Dauer schaffen und, dass Krieg keine Lösung von Problemen bringt.

Wir, der Sozialverband Deutschland, gegründet im vorletzten Jahr des „Großen Krieges der weißen Männer“ (Arnold Zweig) als Reichsbund, illegal antimilitaristisch tätig im zweiten großen Krieg, können und wollen nicht zulassen, dass unser Land wiederum in den Ruf gerät „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ (Paul Celan, 1929-1970, deutschsprachiger Lyriker ukrainischer Herkunft).

Dr. med. Helmhold Seidlein 
SoVD – Landesvorsitzender Mecklenburg-Vorpommern