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7. März 2022 - Equal Pay Day 2022

Pressemeldung

Der Sozialverband Deutschland - SoVD, in Mecklenburg-Vorpommern leistet einen Beitrag zur Verringerung der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern.

Der Abbau des sogenannten Gender Pay Gap - der Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen in Deutschland stagniert. Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen reduzierte sich zwischen dem 8.3.2021 und dem 8.3.2022 nur wenig. Der Gender Pay Gap liegt weiter um die 18 Prozent. Noch immer verdienen Frauen im Durchschnitt vier Euro weniger. Doch die geplante Mindestlohnerhöhung und die steigende Zahl von Frauen in Führungspositionen geben Anlass zur Hoffnung.

Das Statistische Bundesamt hat errechnet, dass Frauen mit durchschnittlich 19,12 Euro brutto pro Stunde 4,08 Euro weniger als Männer (23,20 Euro) erhielten bzw. erhalten.  Im Jahresberechnungszeitraum zuvor hat die Differenz 4,16 Euro betragen. Die Lohnlücke schrumpft: Im Jahr 2006 verdienten Frauen in Deutschland noch 23 Prozent weniger als Männer. Die Lücke wird kleiner, aber wir wollen, dass sie verschwindet! Deshalb engagieren wir uns auch 2022 am Equal Pay Day. Dieser bundesweite Aktionstag findet an dem Tag statt, bis zu dem Frauen angesichts der Lohnlücke von 18 Prozent im Schnitt theoretisch umsonst arbeiten. Nach dem 10. März 2021 findet er 2022 drei Tage früher statt - und damit zum ersten Mal vor dem Internationalen Frauentag am 8. März. Ob das schon ein Grund zum Feiern ist, wie in Berlin und ab 2023 auch in Mecklenburg-Vorpommern, bleibt dahingestellt.

Die Corona-Pandemie hatte kaum Auswirkungen auf die Lohnlücke. Das zeigt deutlich, wie die viel- und vollmundigen Versprechen der Politik, die überwiegend weiblichen Pflegekräfte besser zu entlohnen, ins Leere gelaufen sind. Schlicht und einfach deshalb, weil die Versprechend nicht gehalten wurden.

In der Praxis muss sich erst noch zeigen, ob es Auswirkungen auf den Gender Pay Gap hat, wenn es mehr Frauen in Führungspositionen gäbe. Zum einen verdienen Frauen in Führungspositionen mehr und sie würden auch eher dafür sorgen, dass sich die Unternehmenskultur in Sachen Gleichberechtigung verbessert. Etwa dadurch, Führung und Weiterbildung auch in Teilzeit zu ermöglichen oder Erwerbsunterbrechungen aus familiären Gründen ohne Gehaltseinbußen möglich zu machen. 
Inwieweit das strukturelle Problem, dass Frauen häufiger als Männer in schlecht bezahlten Branchen und Berufen sowie häufiger in Teilzeit oder in Minijobs arbeiten, in absehbarer Zeit gelöst werden kann, darüber wird viel diskutiert. Gefordert sind hier unter anderem auch die Agentur für Arbeit, die Jobcenter und die Dezernate und Abteilungen für berufliche Rehabilitation bei der Deutschen Rentenversicherung und bei den Gesetzlichen Unfallversicherungen. An einer wichtigen Schnittstelle befinden sich hier alle Einrichtungen der medizinischen und beruflichen Rehabilitation.

Wir, der Sozialverband Deutschland - SoVD - in Mecklenburg-Vorpommern beraten unsere Mitglieder zu den Fragen der medizinischen und beruflichen Rehabilitation und stärken sie in ihrem Willen nach erfolgreicher Qualifizierung, bevorzugt in einkommensstarke Berufe, und leisten somit einen Beitrag zum Abbau der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern.



Erika Kannenberg                             Dr. med. Helmhold Seidlein
Landesfrauensprecherin                   SoVD – Landesvorsitzender in
                                                         Mecklenburg-Vorpommern