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Pressemitteilung vom 08.02.2021

Der Niedrig- und Mindestlohn führt über das Kurzarbeitergeld in Corona-Zeiten direkt in die Armut

Zur Situation der Niedrig- und Mindestlohnempfänger erklärt der SoVD Landesvorsitzende Mecklenburg–Vorpommern:

„2020 wurden rund 8 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unterhalb der Niedriglohnschwelle (11,05 Euro brutto je Stunde) entlohnt.

Unsere Forderung nach einem Mindestlohn, der zum Leben reicht und im Nacherwerbsleben eine auskömmliche Altersrente deutlich oberhalb vom Grundsicherungsniveau sichert, ist also auch in Corona-Zeiten aktuell wie eh und je.

18 bis 20 Euro je Stunde muss dafür der gesetzlich gesicherte Mindestlohn betragen. Dies war und ist unsere Forderung.

Stattdessen geht es aktuell für die Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Niedrig- und Mindestlohnsektor noch tiefer in die Armutsfalle, und damit auch in der späteren Rentenzeit.

Kurzarbeitergeld für diese Menschen, das sind 60 % von 9,50 Euro (Mindestlohn) bis 11,05 Euro (Niedriglohnschwelle), ist sehr weit von unserer Forderung entfernt.

Damit finden wir uns nicht ab und verlangen von der Politik in Deutschland für alle Bereiche der Wirtschaft solche Rahmenbedingungen zu schaffen, dass durch die effektive Herstellung hochwertiger Produkte und Bereitstellung von bedarfsgerechten und nachgefragten Dienstleistungen ein Mindestlohn von 18 bis 20 Euro erreicht werden kann.

Jetzt muss der Mindestlohn in voller Höhe, und nicht um 40 % reduziert, gezahlt werden. Dafür muss die Regierung die Gelder bereitstellen, statt u.a. einem milliardenschweren Reisekonzern weitere Milliarden für sein umweltschädigendes Produkt zu überweisen.“

 

Dr. med. Helmhold Seidlein
SoVD – Landesvorsitzender Mecklenburg - Vorpommern