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Pressemitteilung vom 21.08.2019

Unfallversicherungsschutz auch an einem „Probetag“

Das Bundessozialgericht hat am 20.08.2019 entschieden, dass ein Arbeitsuchender, der in einem Unternehmen einen "Probearbeitstag" verrichtet und sich dabei verletzt, gesetzlich als "Wie-Beschäftigter" unfallversichert ist (Az.: B 2 U 1/18 R).

Der Kläger stand zwar nicht als Beschäftigter unter Versicherungsschutz, als er an dem "Probearbeitstag" Mülltonnen transportiert habe und dabei vom Lkw gestürzt sei. Ein Beschäftigungsverhältnis habe dabei nicht vorgelegen, weil der Kläger noch nicht auf Dauer in den Betrieb eingegliedert gewesen sei.

Da der Kläger aber eine dem Unternehmer dienende, dessen Willen entsprechende Tätigkeit von wirtschaftlichem Wert erbracht habe, die einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis ähnlich sei, sei der Kläger als "Wie-Beschäftigter" gesetzlich unfallversichert. Insbesondere habe die Tätigkeit nicht nur im Eigeninteresse des Klägers gelegen, eine dauerhafte Beschäftigung zu erlangen. Denn der Probearbeitstag habe gerade auch dem Unternehmer die Auswahl eines geeigneten Bewerbers ermöglichen sollen und damit für ihn einen objektiv wirtschaftlichen Wert gehabt.

 

V. i. S. d. P.: Thomas Zischke