Pressemitteilung vom 14.03.2019

Keine Therapieeinleitung ohne persönlichen Arztkontakt

Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat heute auf Antrag der Koalitionsfraktionen die Landesregierung beauftragt, darauf hinzuwirken, dass Ärzten im Einzelfall unter Wahrung entsprechender Voraussetzungen eine Beratung und Behandlung ausschließlich aus der Ferne über Kommunikationsmedien erlaubt ist. Außerdem soll sie sich dafür einsetzen, dass Anwendung und Abrechenbarkeit telemedizinischer Anwendungen ausgebaut und die E-Health-Initiative fortgeführt wird.

Dazu sagt der Landesvorsitzende des Sozialverbandes Deutschland – SoVD, Dr. med. Helmhold Seidlein heute:

„Telemedizin und Fernbehandlung dürfen nicht die Regel für die medizinische Betreuung in unserem Land werden. Dem sogen. Ärztemangel kann so nicht abgeholfen werden. Es liegen bessere Vorschläge aus dem Gesundheitsministerium auf dem Tisch, wie überall in unserem Land wohnortnah ärztliche, auch fachärztliche Kompetenz bereitgestellt werden kann. Diese Vorhaben unterstützen wir.

Der SoVD sieht in der Telemedizin und Fernbehandlung allerdings eine wichtige Möglichkeit der Akutmedizin insbesondere bei lebensbedrohlichen Erkrankungen und Unfällen und bei schwierig zu überwindenden Entfernungen zwischen Ereignisort und Krankenhaus und unterstützt deren Weiterentwicklung.

 

Für die sonstige medizinische Betreuung fordert der Sozialverband Deutschland bei der Erstkonsultation den zwingenden Patienten-Arztkontakt face to face. Gerade unsere älteren und sehr alten und unsere behinderten Mitglieder erwarten den Arzt als kompetenten Gesprächspartner und Untersucher im Direktkontakt. Die von ihm vorgeschlagene Therapie wollen und müssen alle Patientinnen und Patientinnen verstehen.  Erfolgt diese Information nicht face to face, so werden die Betroffenen in ihrem Recht auf umfassende Information durch den Arzt ihres Vertrauens eingeschränkt. Das lehnen wir ab.“