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Pressemitteilung vom 28.04.2020

Die Schulen öffnen wieder - eine gute Nachricht für alle Kinder und Jugendlichen?

Die Schüler dürfen zurück in die Schulen, teilweise jedenfalls, beginnend mit den Prüfungsjahrgängen. Eine gute Nachricht! Die anderen Schüler folgen Schritt für Schritt. 
Der wochenlange Schulausfall soll nicht zu Benachteiligungen führen, Sitzenbleiben gibt es in diesem Jahr nicht. Das hört sich gut an, ist es aber nicht. 

Nach den „längsten Osterferien aller Zeiten“, wie Medien die Katastrophe verniedlichend benennen, wird der Start für viele Kinder und Jugendliche im nächsten Schuljahr sehr schwer. Auf dem Stoff dieses Schuljahres baut der Stoff des nächsten auf. Fehlt die Vermittlung dieser Lerninhalte, wird der Beginn und wohl auch der Verlauf im nächsten Jahr sehr schwierig. Eine jetzt nicht erfolgte und auch nicht geprüfte Wissensaneignung ist dann eine schwere Bürde. 
Dies ist gerade für Kinder aus Familien, die nicht über die räumlichen und technischen Möglichkeiten verfügen, um den Lernstoff wenigstens teilweise im „Homeschooling“ zu bewältigen, eine wesentliche Benachteiligung und Ungleichbehandlung. 
Der sehr vernünftige Vorschlag, die Schulzeit in diesem Jahr in den Sommer hinein auszudehnen, wurde leider in unsolidarischer Art und Weise abgelehnt.

Wir fordern das Bildungsministerium unseres Landes auf, für diese benachteiligten Kinder und Jugendlichen ergänzende Lehrpläne zu erstellen, mit denen, beginnend noch in diesem Schuljahr, diese Ungleichbehandlung ausgeglichen wird. Kinder, aber auch den Eltern, aus sozial schwierigen Situationen dürfen nicht vergessen werden. Ihnen muss geholfen werden für einen guten Start in das Ausbildungs- und Berufsleben.
 

Dr. med. H. Seidlein                                                      Michael Seuchter                                   

Landesvorsitzender                                                      Vorsitzender DKHS e.V. - 

SoVD Mecklenburg - Vorpommern                              Förderverein