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Pressemitteilung vom 28.01.2020

Nicht-Inklusion im Schatten der Feriensonne

Zirchow auf Usedom hat eine Förderschule. Warum sie dort angesiedelt ist hat historische Gründe. Warum sie da weg soll hat etwas mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit zu tun, in der Kommerz alles überdeckt aber Menschlichkeit und Solidarität zu Fremdwörtern geworden sind. Ferienwohnungen wurden gebaut als die Schule schon stand. Nun stören sich Besucher an dieser wichtigen Einrichtung. Das sind anscheinenden diejenigen, die Ökostrom wollen aber in ihrer Umgebung kein Windrad dulden.

Es ist zu fragen, was die Gemeinde im Vorfeld alles nicht bedacht hat. Auch hier waren wohl nur Dollarzeichen in den Augen.

Eine ganz andere Frage ist aber, warum bei den vielen schon erfolgten Schulerneuerungen auf Usedom der gesetzliche Auftrag der Inklusion nicht umgesetzt wurde. Die Kinder von Zirchow gehören in eine inklusive Schule. Das Leben besteht nicht nur aus Einkauf sondern vor allen Dingen aus dem Miteinander. Die UN-Behindertenkonvention macht Vorgaben, Deutschland hat sich diesen angeschlossen, unser Bundesland auch.

Der Sozialverband Deutschland in MV fordert von den Verantwortlichen vor Ort Lösungen im Sinne dieser Konvention zu entwickeln und umzusetzen. Er fordert vom Bildungsministerium in Schwerin sich dieser Problematik anzunehmen und dafür zu sorgen, dass Vorgaben umgesetzt werden. Er fordert vom Staatssekretär für Vorpommern Dahlemann die Belange der Menschen in der Region zu vertreten. Diesen gehört das Land, deren Kinder sind betroffen.

Der Sozialverband Deutschland in MV wird dazu das Gespräch mit der handelnden Politik und den Betroffenen suchen.

Dr. med. H. Seidlein

1. Landesvorsitzender SoVD in Mecklenburg-Vorpommern