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Pressemitteilung vom 25.05.2020

Medizinische Rehabilitation im Gesundheitsland MV


Zur planmäßigen Steigerung der Belegungszahlen in den über 60 Rehabilitationskliniken in MV erklärt der SoVD Landesvorsitzende MV Dr. med. Helmhold Seidlein:

In den mehr als sechzig Rehabilitationseinrichtungen in MV, mit fast zehntausend Betten und etwa sechstausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, zieht nach und nach der medizinische Alltag wieder ein, nachdem, coronabedingt, eine große Zahl von Kliniken über zwei Monate gar nicht und ein anderer Teil nur teilweise arbeiten konnte. 
Das Personal ist den Kliniken treu geblieben, obwohl sich viele Alternativen eröffnet haben. Dies ist den Klinikbetreibern zu danken, die mit kreativen Ideen halfen, soziale Nöte für das medizinische und sonstige Personal, welches zumeist auf Kurzarbeit gesetzt worden war, zu mildern.
Natürlich bleibt die Frage, warum die eine Klinik schließen musste und die andere nicht. In einer durften nur Kranke aus MV aufgenommen werden, in anderen auch operierte Frauen und Männer aus anderen Bundesländern, obwohl in allen Kliniken hoch qualifiziertes Personal arbeitet und in allen Kliniken die strengen Hygienerichtlinien des Landes für Rehakliniken im Allgemeinen und für die Coronazeit im Speziellen umgesetzt werden.

Mehr als  zwölftausend Rehabilitationen konnten nicht durchgeführt werden. Welche Folgen, gesundheitlich und sozial, dies für die Betroffenen haben wird, muss die Forschung feststellen. Jede einzelne Rehabilitation war genehmigt und geplant worden, weil die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit der Kranken bedroht oder aufgehoben war. Die Rehabilitation stellte für viele die letzte Chance auf den Verbleib im Erwerbsleben dar.
Es ist Aufgabe der Politik, gemeinsam mit Ihren Beraterinnen und Beratern, schnellstmöglich einen uneingeschränkten Zugang zur Rehabilitation zu öffnen und alle Reha-Kliniken ihr volles Potential ausschöpfen zu lassen. Zweifel an der Kompetenz der Kliniken in der Coronazeit sind nicht angebracht. Es müssen Gespräche mit den Trägern der Rehabilitation, Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und Rentenversicherungsträgern geführt und Wege gesucht werden die „ausgefallenen Rehabilitationen“ zeitnah nachzuholen.

Den Sozial- und Rechtsberatung durchführenden Sozial- und Wohlfahrtsverbänden ist zügig Beratungsmaterial zur Verfügung zu stellen, anhand dessen den Betroffenen Wege „zur Rehabilitation jetzt“ aufgezeigt werden können. Die Politik muss mit den Betreibern der Kliniken und den Trägern der Medizinischen Rehabilitation nach Möglichkeiten suchen, zusätzlich zu den schon geplanten Rehabilitationen, Unterbringungsmöglichkeiten und Therapiekapazitäten für die an Corona klinisch Erkrankten zu schaffen.

Der Sozialverband Deutschland, SoVD, in Mecklenburg – Vorpommern bringt sich in diese Diskussion ein.