Direkt zu den Inhalten springen

Pressemitteilung vom 20.04.2020

„Wir bleiben zu Hause, damit Ihr arbeiten könnt“ – Keine „Öffnungsorgie in unserem Bundesland!

Vier Wochen hat das Versprechen für Solidarität gehalten. Wie sich nun zeigt war es viel eher durch Angst bestimmt als durch tatsächliche Solidarität.
Kaum zeigt sich einen Hoffnungsschimmer überschlagen sich Wünsche, Vorstellungen, Forderungen, gar Drohungen.
Vor wenigen Tagen hingen alle an den Lippen weniger Experten. Plötzlich ist es wieder wie beim Fußball - jeder ist Experte. Dabei hat sich wenig geändert: Die tödliche Bedrohung durch Corona existiert nach wie vor. Es gibt keinen verläßlichen Test, es gibt kein Medikament, es gib keinen Impfstoff. Hätten wir das alles gehabt, wäre kein Shutdown notwendig gewesen, wären alle Menschen im Land ihrem gewohnten Leben nachgegangen, hätten wir nicht neue Schulden in Billionenhöhe auf uns nehmen müssen, hätten Christen und Juden und sehr bald auch Muslime ihre hohen religiösen Feste begehen können, wären nicht Menschen allein gestorben. Was hat sich geändert, dass nun solche Freude herrscht „endlich wieder shoppen gehen zu können“, dass radikale Gruppierungen ankündigen auch 2020 ihre alljährlichen Maigewalttaten ausüben zu wollen und sich eben noch demutsvoll gebende Politikerinnen und Politiker in Vorschlägen für eine sogenannte „Öffnung“ überbieten? Wohin öffnen? In die Katastrophe? Die Kanzlerin hat völlig zurecht heute von einer Öffnungsorgie gesprochen.

Wir in Mecklenburg - Vorpommern haben in den letzten vier Wochen, in typisch norddeutscher Art und Weise, diszipliniert und voller Hoffnung und mit Solidarität alles Verordnete ertragen. Wir haben, wie wir glauben zurecht, unserer Landesregierung einen großen Vertrauensvorschuss gegeben. Er wurde nicht missbraucht. Lassen wir uns all das Erreichte nicht nehmen von einigen Profilierungssüchtigen, von Experten ohne Expertenwissen, von Rechtskundlern, die den Artikel 1 unseres Grundgesetzes nicht mehr als die wichtigste Grundlage unseres Zusammenlebens ansehen wollen. Dabei ist die größte Würde des Menschen seine persönliche seelische und körperliche Unversehrtheit, seine Gesundheit.

Bleiben wir vorsichtig, achten wir die Leistungen der Menschen, die sich für uns alle täglich einbringen. Stehen wir zueinander aber mit Abstand. 

Wagen wir weiter Vertrauen. 

 

Dr. med. H. Seidlein

SoVD - Landesvorsitzender Mecklenburg – Vorpommern