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Pressemitteilung vom 18.05.2020

Der Irrtum des Dr. Helge Braun


Die Funktion des Kanzleramtsministers füllte der Intensivmediziner Helge Braun bisher gut aus. Fachlich bewandert, allgemein gut informiert und loyal zur Kanzlerin wirkte er überzeugend und beruhigend bei den schlimmsten Corona-Mitteilungen und den daraus abgeleiteten Konsequenzen.
Nun beginnt er sich, wie andere auch, von seinen Aussagen zu distanzieren und überschreitet dabei auch die Kompetenz des Kanzleramtsministers.
Seine Aussage, dass es, sofern einmal ein Corona-Impfstoff entwickelt sein würde, keine Impfpflicht dafür geben würde, ist fachlich unhaltbar und kommt seinem Amt auch nicht zu. Einem Virus, welches die Welt in Agonie versetzt hat und Folgen bis in unsere Enkelgeneration haben wird, nicht mit allen Mitteln zu entgegnen, ist mehr als fahrlässig.
Die segensreiche Entscheidung, eine Impfpflicht zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland festzulegen wurde zu Zeiten der Urgroßeltern von Helge Braun gefällt: 1874 trat das Reichsimpfgesetz in Kraft.

Wo wären wir ohne diese Impfpflicht: Tuberkulose, Pocken, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung usw. würden wüten. Gerade wurde die Masernimpfpflicht wieder eingeführt - eine vieljährige Forderung auch des Sozialverband Deutschland in Mecklenburg - Vorpommern.

Einen nochmaligen Coronaausbruch im jetzigen Ausmaß zu verhindern ist Ziel einer Impfung mit einem sicheren und wirksamen Impfstoff.  Sich dieser nach ärztlich Abwägung von Risiko und Nutzen zu unterziehen ist ein Akt der Solidarität. Sich nicht impfen zu lassen gefährdet die Impfverweigerer, ihre Familien und unsere Gesellschaft.
Der SoVD wird die Festlegung einer Impfpflicht gegen das Corona-Virus bei Beachtung der genannten Kriterien unterstützen.

 

Dr. med. Helmhold Seidlein

Landesvorsitzender des SoVD in Mecklenburg - Vorpommern