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Pressemitteilung vom 16.06.2020

Die Corona-Warn-App

Zur heute freigeschalteten Corona-Warn-App erklärt der SoVD – Landesvorsitzende Dr. med. Helmhold Seidlein

„Der SoVD – Landesverband MV begrüßt die Freischaltung der Corona-Warn-App als eine wichtige und zielführende Maßnahme bei der weiteren Eindämmung des Sars-CoV-2-Virus. Sie wird ihre volle Wirkung dann entfalten, wenn sie von der Mehrzahl der Bürgerinnen und Bürger genutzt wird.

Die Nutzung ist freiwillig. Dies zeugt zum Einen vom Vertrauen der für das Gesundheits- und Krankheitsmanagement in unserem Lande Verantwortlichen in  die Einsichtsfähigkeit der Bewohner und Gäste von MV, zum anderen aber auch von einer langfristigen Strategie zur dauerhaften Rückdrängung der Pandemie.

Vier Monate Leben in der Corona-Pandemie haben gezeigt, dass die vom Virus verursachten Covid-19-Erkrankungen auch mit sehr schweren Krankheitsverläufen bis zum Tod und mit bleibenden Schäden verbunden sein können.

Die auch in unserem Lande deshalb verhängten und hier mit sehr hoher Disziplin eingehaltenen Corona-Kontaktbeschränkungen haben viele Menschen und insbesondere Kinder, Familien, arme Menschen und Ältere trotz der Einsicht in die Notwendigkeit, sehr belastet. Nunmehr sind Lockerungen der Beschränkungen möglich. Die Corona-Warn-App ist ein Baustein dafür, dass diese Beschränkungen immer weiter reduziert werden können und mindert die Gefahr einer erneuten Pandemie.

Der SoVD verschießt aber nicht die Augen davor, dass momentan wesentliche Risikogruppen von der Möglichkeit des Selbst- und Gruppenschutzes ausgeschlossen sind.

Es gibt ältere und sehr alte Menschen, die haben kein Smartphone oder sind außer mit der Telefonfunktion in deren Gebrauch ungeübt. Es gibt Familien, die schlicht kein Geld für ein Smartphone haben. Obdachlose wie auch Migranten und der deutschen Sprache nicht mächtigen Saisonarbeiter werden dieses Angebot vielfach nicht nutzen können zum Schaden ihrer eigenen Gesundheit und der Anti-Coronamaßnahmen allgemein.

Hier muss die Politik nachbessern, müssen Informations- und Nutzungsmöglichkeiten geschaffen werden, müssen die Sozial- und Wohlfahrtsverbände in ihrer Arbeit als wichtige Multiplikatoren unterstützt werden. Ein kostenloses Corona - Smartphone, ausschließlich zur App-Nutzung bestimmt oder ein Zuschuss für den Kauf und den Betrieb eines Smartphones für die Dauer der App-Freischaltung wären Möglichkeiten, deren Kosten in Anbetracht der Gesamtaufwendungen als sehr gering eingeschätzt werden können.

Von der Tourismusbranche in unserem Land, dem größten Risikoträger bei der nunmehrigen Rücknahme von Beschränkungen, erwarten wir eine aktive Bewerbung dieser App.

Wir fordern von den politisch Handelnden : Machen Sie die Corona-Warn-App zu einem von allen Menschen in unserem Land nutzbaren Instrument.

Der SoVD in MV wird mit dem Gesundheitsministerium diesbezüglich Gespräche führen.“