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Pressemitteilung vom 12.05.2020

Internationaler Tag der Pflege


Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege am 12. Mai erklärt der SoVD - Landesvorsitzende Mecklenburg - Vorpommern Dr. med. Helmhold Seidlein:

"Das Engagement der Pflegekräfte in der Corona-Krise verdient höchstes Lob.
Vergessen wird allerdings, dass die,  auch vor diesem großflächigen medizinischen Notfall, erbrachten Leistungen der Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in Pflegeberufen, nur selten die richtige Anerkennung fanden.
Wenn der Pflegeberuf aber tatsächlich eine Zukunft haben und nicht nur die Arbeit intensiviert werden soll, müssen die Bedingungen dieser Arbeit verbessert und Perspektiven geschaffen werden, durch eine wesentliche  personelle Aufstockung im Pflegebereich ( benötigt werden mehr als 80 000 zusätzliche Pflegekräfte in Deutschland) und eine  gerechte finanzielle Entlohnung mit einem Einstiegsgehalt im Dreischichtsystem in der Krankenpflege, der Kinderkrankenpflege und im Altenpflegebereich von 3600,00 Euro brutto. 
Überprüft werden muß auch noch einmal, bei den immer höheren Anforderungen an spezialisiertes Wissen und Können, die Sinnhaftigkeit der generalisierten Pflegeausbildung. Wir haben dieses Vorhaben immer sehr kritisch begleitet. 

Die Zeit drängt: 

In Mecklenburg-Vorpommern sind rund 80.000 Menschen pflegebedürftig. Nach Prognosen der Landesregierung wird die Anzahl der Pflegebedürftigen in den kommenden 15 Jahren auf bis zu 140.000 steigen. Die erforderlichen Maßnahmen müssen also sehr schnell geplant und umgesetzt werden. Es ist klar, sie sind nicht zum Nulltarif zu haben. Eine gesellschaftliche Diskussion zur Verwendung der Krankenkassen- und Pflegekassenbeiträge der Versicherten ist erforderlich: Extrem hohe Vorstandsgehälter, ein dem nicht erforderlichen Wettbewerb geschuldete Werbeetat und die völlig aufgabenfremde Förderung des Leistungssportes durch einzelne gesetzliche Krankenversicherungen sind nicht mehr zeitgemäß. Eine Zusammenführung von gesetzlicher und privater Krankenversicherung, mit Möglichkeit privat Zusatzleistungen zu versichern, ist erforderlich."