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Pressemitteilung vom 08.03.2020

Zum 08. März 2020

2019 konnte der Sozialverband Deutschland (SoVD) auf 100 Jahre erfolgreiches politisches Engagement von Frauen im Reichsbund / SoVD zurückblicken. Die Geschichte dieser Bemühungen zeigt, dass frauenpolitische Erfolge jahrelange Basisarbeit, Forderungen sowie unermüdliche Überzeugungsarbeit auf allen Ebenen zur Voraussetzung haben. Die in den letzten 12 Jahren erzielten Fortschritte für Gleichberechtigung der Geschlechter in allen gesellschaftlichen Bereichen, auch für Mädchen und Frauen mit Behinderungen sind beeindruckend. Es wurden viele Forderungen unseres Verbandes in praktische Politik, Sozialrecht, Arbeitsrecht, Familienrecht usw. umgesetzt.

Das aktuelle frauenpolitische Programm des SoVD ist deshalb auf die tatsächliche Gleichstellung der Frauen und das Ziel ihrer eigen- ständigen wirtschaftlichen und sozialen Absicherung gerichtet. Noch gibt es den frauendominierten Niedriglohnbereich, der auch den Aufbau einer eigenständigen Alterssicherung von Frauen gefährdet. Der Arbeitslohn für Frauen liegt im Durchschnitt noch immer fast ein Viertel unter dem der Männer bei vergleichbarer beruflicher Tätigkeit. Immer noch lastet der Großteil der Betreuungs- und Erziehungsaufgaben in den Familien auf den Schultern der Frauen. Um hier weitere wesentliche Verbesserungen zu erreichen müssen Frauen ermuntert und befähigt werden in wesentlich größerem Umfange Verantwortung in Leitungspositionen und in den Parlamenten zu übernehmen.

Die große Reichsbund-Dame Martha Harnoß schrieb im Reichsbund Nr. 16 vom 15.08.1927 zur Frage der Versorgung der Kriegerwitwen: „Es kommt weiter hinzu, dass es bei der heutigen Lage des Arbeitsmarktes für die Frau außerordentlich schwer sein wird, überhaupt eine Arbeit zu bekommen, wenn sie nicht gerade als Waschfrau oder Aufwartefrau gehen will.“

Nein, Zustände wie in den „goldenen zwanziger Jahren“ haben wir in Deutschland nicht mehr. Allerdings wissen wir, es gibt eine große Dunkelziffer von seelisch, körperlich und sexuell ausgebeuteten und missbrauchten Frauen, von familiären Strukturen, die patriarchalisch anarchisch geprägt sind.  Diese Strukturen offenzulegen und mit der Kraft der Solidargemeinschaft und mit den Regelungen unseres Grundgesetzes aufzulösen und zu beseitigen ist Aufgabe und bleibt Ziel auch unseres Sozialverbandes Deutschland – SoVD. Es darf nicht weggeschaut werden! Die Männer im Verband lassen dabei die Frauen nicht allein. Frauenarbeit im Verband ist gemeinsame Arbeit von Frauen und von Männern für allgemeine Gleichberechtigung.

Am heutigen Internationalen Frauentag wollen wir an alle denken, die sich für dieses Ziel engagiert haben. Wir wollen die ermuntern, die sich in einer schwierigen globalen, europäischen und deutschen Situation nicht davon abbringen zu lassen in Frauen und Männern nur zwei Gesichter von etwas Gleichem zu sehen.

Der Landesvorstand des SoVD in Mecklenburg – Vorpommern wünscht allen Frauen und den sie begleitenden Männern weiterhin Mut, Durchsetzungskraft und Erfolg in der sozialpolitischen Arbeit für tatsächliche Gleichheit Aller.
 

Dr. med. Helmhold Seidlein                   Erika Kannenberg

SoVD Landesvorsitzender in MV           Frauenpolitische Sprecherin