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Pressemitteilung vom 31.01.2020

Neujahrsempfang der Landesregierung in Stralsund am 13. Januar 2020

„Wenn in stiller Stunde Ostseewellen trecken an den Strand….“

Der Neujahrsempfang der Ministerpräsidentin stand in diesem Jahr im Zeichen des dreißigsten Jahrestag der Wiedereinrichtung unseres Landes Mecklenburg-Vorpommern. Das aufwendig restaurierte prächtige Jugendstiltheater in Stralsund war ein symbolbehafteter Veranstaltungsort. Im einführenden musikalischen Teil dominierte allerdings Mecklenburg. Unsere Hymne war nicht zu hören dafür allerhand von Frau Püddelkow aus Hagenow…. Schade. Die so hoch bejubelte und mit erheblichen Steuermittel finanzierte Landeshymne kam, und das war gut so, nicht zur Aufführung. Diese Idee war einfach genauso wenig durchdacht und umsetzbar wie die, den Ortsschildern in MV ein Zusatzschild mit der plattdeutschen Ortsbezeichnung zu geben.

Den Spannungsbogen der Gäste dominierten zum einen die Bundeskanzlerin, die sich in ihrem Wahlkreis sichtlich wohl fühlte und in ihrem Grußwort aufgeräumt und energisch Gutes zum Land und zu Ihrer eigenen Politik sagte, und zum anderen ein mit der Regionalpolitik in Schwerin vertrautes Immobilienmaklerpaar (genauer nachzulesen in der Ostsee-Zeitung vom 14. .Januar 2020) welches sich nicht zierte und mit einem 500 000 Euro - Pkw vorfuhr und damit die überhaupt nicht klimafreundliche Pkw-Flotte der Landesregierung mit ihren schweren und hochmotorisierten Luxuskarossen tatsächlich bieder aussehen ließ. Ja, Greta ist in Schwerin wohl nicht bekannt.

Der Einladung der Ministerpräsidentin waren viele im Ehrenamt und im Beruf Vorbildhaftes Leistende gefolgt. Anwesend waren auch interessierte Bürger, die sich im Vorfeld um eine Teilnahme bewerben konnten.

Frau Manuela Schwesig hielt eine optimistische Rede, die soziale, wirtschaftliche und persönliche, landes-, bundes- und weltpolitische Probleme nicht aussparte, Konflikte nicht verschwieg. In der Rede konnten sich alle Bürger des Doppellandes wiederfinden, wenn sie es denn wollten, denn es gab durchaus auch kritische Anmerkungen der Ministerpräsidentin zu Fehlentwicklungen.

Wichtig waren ihre Aussagen zur Einbettung unseres Landes in Europa und zu den gewollten und geförderten Wirtschaftsbeziehungen in alle Richtungen. Die besonderen Beziehung zu Russland wurden benannt und von den Anwesenden mit Beifall honoriert. Interessant war ein Denkanstoß der Ministerpräsidentin, wonach nicht davon gesprochen werden sollte, dass MV der nord-östliche Rand Deutschland sei, sondern immer darauf verwiesen werden sollte, dass unser Land in der Mitte Europas liegt - ein durchaus nachdenkenswerter Ansatz.

Es gehört zu einer solchen Veranstaltung, dass die Gastgeberin ihre und die Arbeit ihrer Regierung positiv darstellt. Dies war auch in diesem Jahr so und es gab auch tatsächlich viel Positives aus der Wirtschaft, aus der Kultur, aus dem Sport zu berichten. Die Rede sparte die Problemfälle nicht aus. Der Fachkräftemangel in allen Bereichen war ein der Regierungschefin wichtiges Thema. Für ihre Anmerkung, dass man dieses Problem nicht dadurch lösen könnte, anderen Ländern die dort ausgebildeten und benötigten Fachkräfte abzuwerben, stieß auf breite Zustimmung, die auch von der Bundeskanzlerin wahrgenommen wurde. Die Rolle unseres Landes als wichtiger Energielieferant und Industriestandort aber vor allen Dingen auch als Agrarproduzent wurde mit allen damit verbundenen Komplikationen dargestellt. Gesellschaftliche Diskussion wie auch gesellschaftlich stabile Vereinbarungen wurden eingefordert: Ein Haus neben einer Schnellstraße zu bauen und dann eine Umgehungsstraße zu fordern, ginge ebensowenig, wie erneuerbare Energie zum Allheilmittel zu erklären, Standorte für Windräder und Trassen für den Energietransport aber abzulehnen.

Der Jahresempfang hat seinen Höhepunkt immer in der Würdigung von Menschen, die in unserem Land ehrenamtlich Bedeutsames leisten, besonders da, wo sich die staatlichen Organe zurückziehen. Es ist gut und typisch für die Ausgezeichneten in all den vergangenen Jahren, dass sie in ihren Dankesreden immer darauf verwiesen haben, so war es auch in diesem Jahr, nur stellvertretend für viele Ehrenamtler, den ihnen verliehenen Landesverdienstorden entgegenzunehmen. Die Leistung des Einzelnen ist wichtig. Die Umsetzung erfolgt immer in der Gruppe, dem Team, dem Verein! Mit den drei 2020 ausgezeichneten Frauen und Männern wurde ein weiter Bogen geschlagen vom Engagement als Mann der Kirche im Rahmen der Gesellschaftstransformation 1989 in Waren, über die umfängliche außerberufliche Betätigung in verschiedensten Vereinen und Stiftungen einer anerkannten Richterin aus Greifswald bis hin zu einem jungen, sehr erfolgreichen Handicap - Sportler mit internationalen Ambitionen aus Rostock. Letzterer bekannte sich sehr emotional und mit viel Beifall bedacht zu seiner Heimat.

Passend zur Aussage „MV in der Mitte Europas“ wurde der offizielle Teil mit der Europahymne beendet.

Anschließend war Gelegenheit zu vielfältigen und interessanten Gesprächen mit der Ministerpräsidentin, dem Verkehrsminister, dem der SoVD Landesvorsitzende dankte für seine wesentliche Unterstützung bei der Gestaltung des Bahnhofes Züssow für Menschen mit Behinderungen, dem Gesundheitsminister, der Bildungsministerin, dem Innenminister, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in MV u.a.m. Es wurden weitere Treffen des SoVD mit Regierungsmitgliedern in Schwerin vereinbart.

Dr. med. H. Seidlein

1. Landesvorsitzender SoVD Mecklenburg - Vorpommern