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Pressemitteilung vom 31.01.2018

SoVD fordert: Tarifbindung endlich auch im Erzieherbereich

Die aktuelle Einigung im Rahmen der GroKo-Sondierungsgespräche auf die Einführung flächendeckender Tarifverträge in der Pflegebranche ist zu begrüßen, jedoch mit Blick auf den Personalmangel in anderen Bereichen ungenügend. So sind z.B. die den Medien immer wieder zu entnehmenden Berichte über die Personalengpässe an Kitas ebenso wenig neu wie die von vielen Seiten vorgebrachten Vorschläge, Abhilfe zu schaffen.

Der Weg zu einem dualen Ausbildungssystem wird jedoch nicht schneller und effektiver zur Problemlösung beitragen, wenn nicht gleichwertige Lohnverhält-nisse wie in den alten Bundesländern geschaffen werden und die Träger der Einrichtungen die Erzieher in Anlehnung an die Tarifverträge des öffentlichen Dienstes bezahlen. Der SoVD ist davon überzeugt, dass erst dann der Erzieher-beruf attraktiver wird. Andernfalls wandern die fertig Ausgebildeten verständlicherweise größtenteils auch weiterhin in die alten Bundesländer ab.  

Ein wesentlicher Schlüssel für eine Angleichung der Löhne ist die Stärkung von Tarifverträgen und Tarifbindung, die im Osten deutlich schwächer als im Westen ist. So gibt es in M-V nur wenige Kita-Träger, die überhaupt nach einem – wenn auch nur hauseigenen – Tarifvertrag ihre Angestellten bezahlen.

Es ist ein Skandal, dass der Osten und insbesondere M-V weiterhin so deutlich abgehängt ist. Die Einkommen der Erzieherinnen und Erzieher sind teilweise so niedrig, dass Altersarmut vorprogrammiert ist. Die Landesregierung, die den Trägern der entsprechenden Einrichtungen Zuschüsse in nicht unerheblicher Höhe zahlen, ist in der Pflicht, sich auch darüber zu vergewissern, wofür die Gelder ausgegeben werden, damit M-V sowohl bei den Erzieherzahlen und der Entlohnung  nicht vollends abgehängt wird.

Dr. Helmhold Seidlein

(1. Landesvorsitzender)