Direkt zu den Inhalten springen

Pressemitteilung vom 24.03.2018

Pflegenot und Pflegegewinn

Der SoVD Mecklenburg- Vorpommern warnt vor nicht kalkulierbaren finanziellen Risiken bei stationärer Pflege.

Ver.di und AWO haben in Brandenburg neue Tarife für die in der stationären Pflege Beschäftigten ausgehandelt.

Auch in unserem Bundesland laufen solche Verhandlungen.

Die ausgehandelten Lohnzuwächse in Brandenburg sind beträchtlich und können bis zu 200 Euro im Monat betragen. Dies ist auch zwingend erforderlich bei den bisher unterbezahlten Pflegekräften.

Das Pflegegesetz schreibt vor, dass  solche Tarifverbesserungen allein von den zu Pflegenden getragen werden müssen, eine Regelung vor deren Folgen der SoVD immer wieder gewarnt und Änderungen gefordert hat.

Siebenhundert Euro pro Monat zusätzlich sollen die Pflegebedürftigen  oder ihre Angehörigen bei stationärer Pflege in Brandenburg und  wohl auch bald in Mecklenburg-Vorpommern zahlen. Wie viel von den 700 Euro bei den Pflegekräften tatsächlich ankommt, darüber gibt es noch keine exakten Zahlen, immerhin würde der Zusatzbeitrag eines Betroffenen  ausreichen, um drei Pflegekräften den maximalen Tarifzuschlag von 200 Euro zu sichern.

Der SVD M-V fordert das Pflegegesetz zu ändern, um nicht die Allerschwächsten unserer Gesellschaft und ihre Familien mit  weiteren Lasten zu erdrücken. Ver.di muss die Tarifverhandlungen auch mit Blick auf die sozialen Verwerfungen bei den Pflegebedürftigen führen.

Die Pflegeaufsichtsbehörden müssen sicherzustellen, dass alle Zuzahlungen, gleich welcher Höhe, auch tatsächlich den zu Pflegenden zu Gute kommen und  nicht den Gewinn der Pflegekartelle mehren.