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Pressemitteilung vom 17.07.2018

Pflebedürftige-Pflegende-Pflegelohn Der SoVD warnt vor falschen Versprechungen zu Lasten der Pflegebedürftigen

Nun sichert auch die Kanzlerin eine leistungsgerechtere Vergütung von Pflegearbeit zu. Sie unterstützt damit den Gesundheitsminister.3000,- Euro sind im Gespräch. Einzelheiten wären nach Meinung des Sozialverbandes Deutschland in Mecklenburg – Vorpommern in einem bundesweit gültigen Tarifvertrag zu regeln.

Bedenklich ist, daß Gesundheitsminister Spahn schon vor dem Kanzlerwort eine notwendige Erhöhung der Beiträge zur Pflegeversicherung angekündigt hat und daß nunmehr von beiden Politikern keine Aussagen dazu getroffen wurden, woher die doch erheblichen Mittel jetzt und in Zukunft für die mindestens 80 000 zusätzlichen Pflegekräfte in allen Pflegebereichen kommen sollen.

Bisher mußten die Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen solche Gehaltsanpassungen tragen.

Dies ist bei den in Diskussion stehenden Beträgen schlechtweg nicht möglich. Es muss also ein gesellschaftlicher Diskurs geführt werden. Der SoVD verlangt zur Schonung der Selbstwahrnehmung und des Selbstverständnisses der zu Pflegenden als vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft, die erforderlichen finanziellen Mittel aus Steuereinnahmen bereit zu stellen. Der SoVD hat vielfach gefordert, zugunsten der Bewährung unserer solidarischen Gesellschaft   eine andere Mittelverteilung vorzunehmen. Eine Erhöhung der Wehrausgaben unseres Staates ist ebenso unsinnig wie Steuerentlastungen und Steuersubventionen für Personen mit hohen und sehr hohen Einkommen und Betriebe mit Firmensitz in Steueroasen.

Am wichtigsten ist aber eine durchgreifende Änderung in derOrganisation der Arbeit aller Pflegenden. Hier liegen konkrete Forderungen der Verbände vor. Sie basieren auf der Forderung der Pflegeberufe nach guten Arbeitsbedingungen und nicht primär nach Steigerung der Entlohnung.

Und sie basieren auf der Forderung des SoVD, Pflegeeinrichtungen nicht  als Quelle einer sehr hohen Rendite sondern als Ort sozialer und körperlicher Sicherheit und Integrität im Pflegefalle anzusehen.

 

Dr. med.  Helmhold Seidlein

Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland in Mecklenburg - Vorpommern