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Pressemitteilung vom 15.11.2018

Aus der Arbeit unseres Landesverbandes Kindertagesstättenförderungsgesetz - Tagung des Sozialausschusses des Landtages in Schwerin

Am 17. Oktober 2018 fand im Sozialauschuss im Schweriner Landtag eine öffentliche Anhörung zum Entwurf eines 6. Gesetzes zur Änderung des Kindertagesstättenförderungsgesetzes statt. Es wurden Sachverständige angehört, die ihre Meinung zum künftigen Gesetz dargelegt haben. Im Speziellen ging es um die kostenfreien Kitaplätze für Geschwisterkinder ab dem 01.01.2019. 

Die Änderung des Betreuungsschlüssels, die Fachkräftegewinnung, die tarifliche Vergütung, sowie eine faire Kostenverteilung wurden weiter  ins Gespräch gebracht.

Isabelle Kaiser von der LIGA der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in Mecklenburg-Vorpommern e. V. war der Meinung, dass neben dem Personalschlüssel auch  die Fachkraft-Kind-Relation ein entscheidender Faktor für die Qualität der Betreuung in  den Einrichtungen sei. Im Zwischenbericht der Arbeitsgruppe der Bund-Länder-Konferenz war  empfohlen worden,  eine Fachkraft-Kind-Relation von 1 zu 4 für die Ein- bis Dreijährigen und von 1 zu 9 für die Drei- bis Sechsjährigen einzuhalten.  In Mecklenburg-Vorpommern kommt derzeit  bei den Ein- bis Dreijährigen eine Erzieherin, ein Erzieher auf 6 Kinder und bei den Drei- bis Sechsjährigen   eine Erzieherin, ein  Erzieher auf 15 Kinder. Somit besteht viel Nachholebedarf!

Konkret wurde auch darüber diskutiert, wer Anspruch auf einen kostenfreien Kitaplatz haben soll. Desweiteren stellte sich noch die Frage der Qualität eines Kitaplatzes, denn eine Umfrage von Sebastian Penk in seiner Kita hatte ergeben, dass Eltern die Erhöhung der Betreuungsqualitäten wichtiger ist, als eine finanzielle Entlastung. Doch sind es allein die Räumlichkeiten, in denen die Kinder untergebracht werden oder ist es die bereitstehende Anzahl der Erzieher und Erzieherinnen und ihre fachliche Ausbildung, welche die Qualität ausmachen? Diese Frage konnte in der darauffolgenden Disskution nicht abschließend geklärt werden. Jedoch war  sich die Mehrheit der Anwesenden  darin einig, dass eine Senkung der Kitabeiträge bzw. eine  Kostenfreiheit  nicht zu einer Minderung  der Betreuungsqualität  führen darf.

Unser Verband, der Sozialverband Deutschland in Mecklenburg – Vorpommern hat sich zur Problematik schon mehrfach eindeutig positioniert:

Chancengleichheit für alle Kinder beginnt mit kostenloser Betreuung in Kinderkrippen, Kindergärten und Horteinrichtungen, überall in Mecklenburg – Vorpommern in gleich hoher Qualität. Dies betrifft die Beschaffenheit und Ausstattung der Einrichtungen, ihre Öffnungszeiten, ihre Erreichbarkeit, die Bereitstellung gesunden Essens, die gute fachliche Qualifizierung aller Beschäftigten und vor allen Dingen die Anerkennung der betreuerischen und erzieherischen Kompetenz  aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die Eltern der dort betreuten Kinder.

Chancengleichbeit beginnt mit durchgängiger inclusiven Betreuung und somit der umfassenden Barrierefreiheit nicht nur bezogen auf die Mobilität.

Chancengleichheit beginnt mit dem Erlernen  und dem Beherrschen der Deutschen Sprache, wobei das zusätzliche Erlernen einer zweiten Sprache schon in allen Kindergärten für  die weiteren Lebenswege der Kinder sinnvoll  und ein wichtiger Beitrag zur Integration wäre.

 

Gabriele Lüdtke

SoVD MV

KV Güstrow