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Pressemitteilung vom 15.09.2018

Die Pflege- und wieder gibt es neue Zahlen

Innerhalb von 15 Jahren soll die Zahl der Pflegebedürftigen um  ein Drittel steigen, um etwa 70 000 pro Jahr. Für die Betreuung werden 150 000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt, also 10 000 im Jahr.

Die Zahlen verwirren, machen unsicher und ängstlich, und sie werfen Fragen auf.

Die Anzahl von Pflegebedürftigen  wächst im Vergleich zum prognostizierten  Bevölkerungszuwachs überproportional. Es scheint, als hätte die Medizin, insbesondere die Alternsmedizin, dagegen keine Mittel, als würde sie in ihrem jetzigen Erkenntnisstand verharren und Pflegebedürftigkeit als gegeben hinnehmen.

Und 10 000 Pflegekräfte mehr im Jahr, also 10 000 mehr Ausbildungsplätze, die von den Pflegebedürftigen finanziert werden sollen? Die Ausbildung dauert mindestens drei Jahre. Es müssten  also  in jeder stationären Pflegeeinrichtung  jährlich drei Auszubildende mehr an den Pflegeberuf herangeführt werden. Bei der generalistischen Ausbildung für Krankenpflege  Kinderkrankenpflege und Altenpflege wären das mindestens   30 000 Ausbildungsplätze im Jahr, aus denen eventuell  ein Drittel der  Auszubildenden später in den Pflegebereich wechselt.

Der SoVD fordert wissenschaftliche Belege für diese Prognosen. Er fordert ein Konzept des zuständigen Bundesministers für die Weiterentwicklung der Betreuung von Pflegebedürftigen. Er fordert ein Konzept, welches sich am Bedarf aber auch an den finanziellen Möglichkeiten und den Arbeitskräfteressourcen  orientiert.

Ziel muss sein, Pflegebedürftige physisch und psychisch zu betreuen und dennoch ihre Teilhabe zu sichern

Ziel muss es aber in allererster Linie sein, durch soziale und medizinische Maßnahmen den Eintritt von Pflegebedürftigkeit zu verhindern und da, wo sie dennoch eingetreten ist , auf Ihre Beseitigung hinzuwirken.

Es handelt sich dabei übrigens nicht um neue Forderungen. Diese sind als gesetzliche  Aufträge  in den Sozialgesetzbüchern V, IX und XI so benannt.

Der SoVD in Mecklenburg – Vorpommern bietet seine Mitarbeit zur Erstellung entsprechender Konzepte an.

 

Dr. med. Helmhold Seidlein

SoVD Landesvorsitzender Mecklenburg-Vorpommern

 

Weitere Informationen zum Thema unter “Pflegebluff“