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Pressemitteilung vom 09.01.2018

Angemessener Wohnraum für Ältere Menschen und Menschen mit Behinderung

Der SoVD in Mecklenburg - Vorpommern sorgt sich um angemessenen Wohnraum für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, insbesondere alleinstehende Frauen

Während unser Bundesland immer mehr zum innerdeutschen Ferienparadies wird, national und international agierende Konzerne, aber auch gewissenlose Einheitsgewinnler, exklusive Feriendomizile und Hotels erbauen und dabei rücksichtslos die einmalige Landschaft, Flora und Fauna vernichten, wird es für eine steigende Zahl von Menschen , die hier geboren und aufgewachsen sind, fleißig und erfolgreich gearbeitet haben und nun durch Alter oder Behinderungen der besonderen Fürsorge bedürfen, immer schwieriger, Wohnraum zu finden ,der ihrer besonderen körperlichen und sozialen Situation angepaßt ist.

Die familiären Strukturen ,Dorf- und Hausgemeinschaften wurden systematisch zerstört. Das Wolfsgesetz des realen Kapitalismus kennt keine Rücksichtnahme.

Der Sozialverband Deutschland hat auf diese Entwicklung seit seiner Wiedereinrichtung in den östlichen Bundesländern mit Nachdruck hingewiesen und Vorschläge zur Problemlösung erarbeitet und propagiert.

Aber nach wie vor werden die Belange von Behinderten und von Älteren und ganz besonders von älteren behinderten alleinstehenden Frauen nicht ausreichend berücksichtigt, weder in der Landes- noch in der regionalen Sozialpolitik, erst recht nicht im karitativen Bereich. 

Wir denken dabei  an die Vielzahl von Frauen und Männern, die bei den vielen großen Gewinn bringenden privaten aber auch sonstigen Pflegediensten als Pflegehelferinnen und Pflegehelfer eingestellt , dann aber als vollwertige Pflegefachkräfte eingesetzt werden, zum Schaden der zu Pflegenden und zum Nutzen der Pflegedienstinhaber.

Der steigende Bedarf an barrierefreien Wohnungen wird nicht gedeckt. Auch dahinter steckt zum Teil die Lobby der Pflegedienste, die als Alternative das betreute Wohnen anbietet und dabei die Bedürftigen oft genug in finanzielle Not zwingt.

Bei der Planung und Genehmigung alten- und behindertengerechten Bauens in unserem Bundesland werden die Belange der älteren und behinderten Menschen nicht umfassend berücksichtigt. In der Bauordnung des Landes Mecklenburg Vorpommern kommt behindertengerechtes Wohnen zu kurz.  Die bestehende Bauordnung  muss überarbeitet werden.

Die Forderung des Sozialverband Deutschland ist klar und eindeutig: Neugeschaffener  oder modernisierter Wohnraum im Sozialwohnungsbereich und im Bereich jedweden geförderten Bauens   muss barrierefrei sein.

Die Betroffenen und die maßgeblichen Verbände, zu denen der SoVD in Mecklenburg - Vorpommern gehört, müssen gehört werden bevor Entscheidungen fallen

Als Beispiel, welches zeigt, dass solche Forderungen durchaus umsetzbar sind, nennen wir die Stadt Parchim . Als Baubeauftragter fungiert unser SoVD-Mitglied Horst Rohloff. Er prüft Bauvorhaben im öffentlichen Bereich für das Bauamt dahingehend, inwieweit  Standards der Barrierefreiheit nach dem Baugesetz eingehalten werden oder ob von ihnen abgewichen wird. Er erarbeitet Vorschläge, die an die zuständigen Verwaltungsbehörden weitergereicht werden. Als kompetenter Gesprächspartner wird er schon in den Planungsphasen einbezogen.

Wie so oft zeigte sich, dass Widerstände vor allen Dingen da aufgebaut werden, wo Interessen privater Investoren berührt werden und die politisch Verantwortlichen einen sogen. Sachzwang propagieren, der den Tatsachen nach aber nicht gegeben ist.

Wie so oft zeigte sich, dass Widerstände vor allen Dingen da aufgebaut werden, wo eine nicht ausreichende Gegenbewegung aufgebaut und organisiert wird, wo Bürgerinnen und Bürger nicht mit Nachdruck ihre Rechte einfordern und wo sie nicht intensiv genug den Austausch mit ihren gewählten Politikerinnen und Politikern pflegen.

Bürgerliches Engagement ist gefordert!

Der Sozialverband Deutschland in Mecklenburg - Vorpommern als das soziale Gewissen der Politik in unserem Land wird weiterhin auf Missstände  hinweisen, die Menschen mit Behinderungen, Alte und Kranke daran hindern, ihre Rechte wahrnehmen zu können und selbstbestimmtes Leben zu führen. Er wird weiter  auf die zwingende Gleichbehandlung aller Bedürftigen verweisen.

Er wird weiterhin fordern, Leistungen der Sozialkassen denen zukommen zu lassen, die Träger der Sozialkassen sind, also den versicherten Beitragszahlerinnen und Beitragszahlern,  und er wird wie bisher schon fordern, dass anderweitige Leistungen über Steuermittel zu finanzieren müssen.

Erika Kannenberg

Landesfrauensprecherin

SoVD Mecklenburg.-Vorpommern