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Pressemitteilung vom 03.09.2018

Herr Spahn hat Ideen -Organspende per Gesetz?-

Organspende kann Leben retten. Er ist die letzte, die größte, solidarische Tat, die ein Mensch für einen anderen Menschen erbringen kann. Ober er das will, ist seine eigene, ebenfalls letztmögliche Entscheidung. Es gibt keinePflicht, eine solche Entscheidung zu fällen, wie es auch kein Recht gibt, ein Spenderorgan zu erhalten.

Nun also die schon einmal in  die Kiste „ungeeignet“ geworfene Widerspruchslösung.

Dies ist letztendlich nichts anderes als verordnete Organspende. Es sind viele Vorhaben der Regierung denkbar, die auch  an eine solche Widerspruchsregelung gebunden werden können, keines aber greift so tief in die Persönlichkeitsrechte  ein, wie die Spahn – Idee.

Natürlich, das Problem wird individualisiert, diePflicht zur überzeugenden Diskussion wird abgeschwächt: So geht es nicht, Herr Spahn! Nur die freiwillige widerrufliche Bekenntnis zur Organspende ist die Möglichkeit, über die gesprochen werden kann und für die Voraussetzungen in der öffentlichen Diskussion, in den Krankenhäusern, in denen Organe entnommen und in den Krankenhäusern, in denen Organe verpflanzt werden geschaffen werden müssen.

Auslöser der jetzigen Diskussion waren ja letztendlich die Klagen der  Krankenhäuser über zu geringe Vergütung sowohl der Organgewinnung auch der Organverpflanzung. Argument: Sie könnten ihre Gewinnziele nicht erreichen. D.h. aber, daß mit den gespendeten Organen eine Gewinnmaximierung der Krankenhäuser angestrebt wird. Mehr als ein Drittel dieser Krankenhäuser befinden sich in Privathand! Und wenn zu wenige Organe gewonnen und auch verpflanzt wurden, obwohl es dafür klare Regeln gibt, haben  Krankenhäuser diese Aufgabe nicht wahrgenommen, ein ungeheuerlicher Vorgang.

Nun sollen sie gleichzeitig mehr Organe bekommen, vom Spender kostenlos, mehr Personal u.s.w..

Wo gibt es eigentlich eine gesetzliche und auch  von der Gesellschaft gewollte Regelung, daß Krankenhäuser gewinnorientiert  arbeiten müssen? Krankenhäuser stehen in Bereitschaft für den Notfall, wie die Feuerwehren. Soll die Feuerwehr Brände legen, um Gewinn zu erzielen?

Wir lehnen die von Minister Spahn vorgeschlagene Lösung ab.Wir fordern einen gesellschaftlichen Dialog, wir fordern umfassende Aufklärung, wir fordern die Umsetzung  der Pflicht aller Krankenhäuser, sich um die Gewinnung von Spenderorganen zu bemühen. Jegliche Gewinnorientierung, die letztendlich zur Behandlung der Organe als Ware führen würde, lehnen wir ab.

Die Zahl der benötigten Organe wird nie durch Spenden zu decken sein. Wir fordern deshalb die massive Förderung  von Forschung zu  und Entwicklung von züchtbaren Organen und die Verabschiedung  von Gesetzen, die auch für diese durch Züchtung gewonnen Organe jeglichen Handel und Gewinn  ausschließt.

Wir fordern, dafür  einen Fonds einzurichten, der von Krankenkassen und aus Steuergeldern finanziert wird.

Wir fordern, unwiderruflich festzulegen, daß jegliche Organspende ohne finanziellen Gewinn für den Spender oder seine Angehörigen erfolgt.

Wir fordern, daß alle Krankenhäuser sanktioniert werden, wenn Sie der Gewinnung von  Organspende. bzw.  der  Organtransplantation nicht nachkommen.

Wir fordern, dass die Organtransplantationen ohne jeglichen Gewinn, zum Selbstkostenpreis, durchgeführt werden. Eventuelle Verluste sind den Krankenhäusern durch Krankenkassen und aus Steuermitteln zu erstatten.

 

Dr. med. Helmhold Seidlein

SoVD – Landesvorsitzender

Mecklenburg-Vorpommern