Direkt zu den Inhalten springen

Pressemitteilung vom 09.06.2017

Designierte Ministerpräsidentin würdigt Sozialverband (SoVD)

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Am 23. Mai 1917 hat sich der SoVD als Kriegsopferverband gegründet. 100 Jahre später hat ein Festakt am heutigen Tag im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais in Schwerin mit einer Jubiläumsrede von der Stellvertretenen Vorsitzenden der Bundes-SPD und designierten Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns, Frau Manuela Schwesig, stattgefunden.

Frau Schwesig verwies darauf, dass „…das Thema einer sozialen Gesellschaft heute noch genauso aktuell ist wie vor 100 Jahren…“. Sie dankte dem SoVD für seine fachkundige Arbeit und Unterstützung in verschiedenen Teilen der Sozialgesetzgebungen, wovon viele auf Initiativen und Konzepte des SoVD zurückgehen. Sie sprach das immense verbandliche Knowhow bei Fragen zu Themen wie die Pflegeversicherung, dem Bestreben nach einer lebensstandard-sichernden Rente im Alter, die Besserstellung von Familien mit Kindern, die schrittweise beschleunigte Anpassung der Ostrenten an das Westniveau, die Arbeit der Schwerbehindertenvertretungen, die Gleichbewertung der Arbeit von Frauen und Männern sowie die Inklusion als durchgängiges Konzept einer solidarischen Gesellschaft an.

Im Anschluss griff der 1. Landesvorsitzende, Dr. Helmhold Seidlein, die Worte Frau Schwesigs auf und erwiderte, dass „…sich der SoVD als ‚soziales Gewissen‘ der handelnden Politik versteht", und „…als einer der maßgebenden Verbände in Deutschland anhörungsberechtigt in allen sozialen Belangen ist und auch zukünftig als sachkundiger Partner von Politik und Verwaltungen auf Bundes- und auf Landesebene zur Verfügung steht...“. Als Beispiele nannte Dr. Helmhold Seidlein die kritische Begleitung und aktive Mitgestaltung des neuen Behindertenrechtes, der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes und die Beobachtung der Auswirkungen des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes.

SoVD-Präsident Adolf Bauer nahm in seiner Rückschau auf die verbandseigene Geschichte Bezug auf den 23. Mai 1917, dem Tag, an dem sich die Gründerväter des heutigen SoVD in Berlin trafen und den Grundstein für eine Interessen-vertretung, die Kriegsbeschädigten unabhängig und parteipolitisch neutral Unterstützung zukommen lässt, legten. Geschaffen wurde an diesem Tag der „Bund der Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten“. Der von diesen Männern gegründete Reichsbund entwickelte sich zu einer Massenbewegung und bewirkte gesetzgeberische Aktivitäten für ein Kriegsopferversorgungssystem. Natürlicherweise mussten sich die Reichsbundmitglieder gegen den „Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" (Clausewitz) aussprechen und somit gegen Heldenverehrung, die nichts anderes zum Ziel hatte, als auf weitere kriegerische Auseinandersetzungen einzustimmen. Der entsprechenden Gleich-schaltung mit anderen Verbänden im 3. Reich stellte sich der Reichsbund durch Selbstauflösung entgegen. Den Ausbruch des erneuten Weltenbrandes konnte er nicht verhindern. Nach dessen Ende nahm er seine Arbeit wieder auf, nach 1989 auch in Mecklenburg-Vorpommern. Er entwickelte sich zu einem modernen sozialen Interessenvertretungs- und Dienstleistungsverband mit fast einer Dreiviertelmillion Mitgliedern.

Die historischen Erfahrungen seit 1917 – zwei Weltkriege, Unterdrückung und die NS-Diktatur – haben gezeigt, dass soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden einander bedingen. Daher setzt sich der Sozialverband SoVD seit 100 Jahren erfolgreich zugunsten sozial Benachteiligter für diese Werte ein.

Politisch vertritt der SoVD die Interessen der gesetzlich Rentenversicherten, der gesetzlich Krankenversicherten sowie der pflegebedürftigen und der behinderten Menschen.

Der SoVD unterhält in Mecklenburg-Vorpommern ein flächendeckendes Netz von Kreisgeschäftsstellen, die die Beratung der anspruchsberechtigten Mitglieder in allen sozialrechtlichen Angelegenheiten und die Vertretung vor den Sozialgerichten durchführen.