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Pressemitteilung vom 06.04.2017

Ausbildung in den Pflegeberufen

Der SoVD in Mecklenburg Vorpommern lehnt  den Kompromiss  für die Ausbildung der Pflegeberufe, wie ihn die Bundesregierung gestern am 06.04.2017 hat, ab.

Die realitätsferne Idee einer einzigen Ausbildung für alle drei Pflegebereiche ist  vom Tisch. Der  SoVD hatte sich vehement dagegen ausgesprochen, drei gänzlich verschiedene Berufsbilder , Krankenpflege, Kinderkrankenpflege, Altenpflege zum  Nachteil der Berufsausübenden aber besonders der Ihnen anvertrauten Kranken und zu Pflegenden im Ausbildungsgang zusammenzulegen.

Die jetzt gefundene etwas anders anmutende Lösung ist aber dennoch keine gute: Ähnlich wie in anderen verwandten aber nicht gleichen Berufen, soll eine gemeinsame Grundausbildung erfolgen, die durchaus die Möglichkeit zuläßt, den ursprünglichen Wunsch nach späterer Tätigkeit in einem der drei Berufe noch einmal zu überprüfen und sich dann doch für eine Richtung zu entscheiden, für die sich die Auszubildenden berufen fühlen, denn es geht tatsächlich in den drei Pflegeberufen, um das sich berufen fühlen.

Jeder, der schon Unterstützung und Hilfe durch in Pflegeberufen Tätige in Anspruch nehmen mußte, wird bestätigen, daß die dabei zu erbringenden Arbeitsleistung nicht vergleichbar sind mit einem Job. Sie verlangen den unbedingten Willen, gerade diesen Beruf ausüben zu wollen und zwar auch sehr genau differenziert noch Kinderkrankenpflege, große Krankenpflege und Altenpflege.

Dies berücksichtigt der jetzt gefundene Kompromiß aber nur für die Bereiche Kinderkrankenpflege und Altenpflege.

Dagegen soll für den größten Bereich, die Krankenpflege, kein Einzelabschluß der Ausbildung mehr möglich sein.

Das ist nicht nachvollziehbar . Damit werden die vielen Vorschläge der Pflegeberufe, der Betroffenen , die umfassenden Diskussionsbeiträge, Vorschläge  und  Hinweise des Sozialverband Deutschland und anderer Verbände zum ursprünglichen Entwurf der Reformierung der Pflegeausbildung zumeist nicht beachtet.

Dies ist nicht hinnehmen. Der jetzt vorliegende Entwurf wird die Situation der Pflegeberufe nicht verbessern und trägt die sehr reale Gefahr in sich, daß sich die Situation der Betroffenen Patientinnen und Patienten, der Pflegebedürftigen verschlechtern wird.

Versprochen wurden aber für alle wesentliche Verbesserungen.

Die jetzt vorgesehene Ausbildungsänderung wird dieses Ziel nicht erreicht.

Wir fordern, den Gesetzentwurf zurückzuziehen und ihn neu zu diskutieren unter Einbeziehung der Betroffenen und der Verbände. Die Situation der Pflegeberufe muß gebessert werden. Der große Krankenpflege muß einen eigenen Berufsabschluß behalten.

  Dr. H. Seidlein

Landesvorsitzender