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Pressemitteilung vom 04.04.2017

Der SoVD in Mecklenburg - Vorpommern fordert für die Menschen in der Nacherwerbslebensphase – NELP - umfassende Teilhabe am Leben in der Gesellschaft

Der 5. April, benannt als „Tag der älteren Generation“ ist ein internationaler Aktionstag, der Mitmenschen auf die Situation und die Belange der älteren Generation aufmerksam machen soll. In Deutschland wurde dieser Tag 1968 durch die Kasseler Lebensabendbewegung (LAB) ins Leben gerufen. Seitdem wird an jedem ersten Mittwoch im April durch Aktionen und Veröffentlichungen auf die Rolle der Senioren in der Gesellschaft aufmerksam gemacht.
Zwischenzeitlich ist aus der Seniorengeneration, also einer gesellschaftlichen Gruppe in unserem Land, die im Ergebnis ihres Erwerbslebens gut situiert durch den Alltag geht oder weiter, weil schon ein ganzes Arbeitsleben lang so, weiter sozial ausgegrenzt, altersarm und einsam diesen Lebensabschnitt durchschreitet, eine zahlenmäßig immer stärkere und in allen gesellschaftlichen Bereichen, so in den Familien wie auch auf dem Arbeitsmarkt aber insbesondere im Bereich der ehrenamtlichen Tätigkeit, unverzichtbare Kraft geworden.

Immer mehr Menschen entschließen sich dazu, nicht wie vom Gesetz ermöglicht, zu einem Stichtag aus dem Erwerbsleben auszusteigen. Immer mehr Menschen entschließen sich, ihr Wissen und ihre Kraft im Ehrenamt zur Verfügung zu stellen.

Immer mehr Menschen empfinden es geradezu grotesk und auch als Diskriminierung, an einem bestimmten Datum „aussortiert“ zu werden.

Natürlich, die demografische Entwicklung  trägt dazu bei, Erfahrungen und Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit von Menschen hoch zu schätzen, die bereits ein gesetzlich zeitmäßig festgelegtes Erwerbsleben absolviert haben.

Die eigentlich treibende Kraft sind aber diese lebenserfahrenen, arbeitserfahrenen, im Konfliktmanagement erfahrenen Frauen und Männer, die erkannt haben, daß der Sinn des Lebens das schöpferische Sein ist.

Die Gesellschaft ist mehr und mehr auf diese Menschen angewiesen.

Die Gesellschaft ist gefordert, in allen Bereichen Lebens- und Arbeitsbedingungen zu schaffen, die den Möglichkeiten und Wünschen dieser Menschen gerecht werden.

Gute Arbeit bedeutet für uns im SoVD nicht die Suche nach einer bestimmten angenehmen Arbeit. Es gibt keine angenehme oder unangenehme, keine gute oder schlechte Arbeit, es gibt nur notwendige Arbeit als Basis einer stabilen Gesellschaft. Insofern halten wir jede Arbeit für gut. Es ist eine unsägliche Diskussion um gute und schlechte Arbeit. Wer will schon schlechte Arbeit tun? Menschen, die sich für eine solche Arbeit bereiterklären, werden stigmatisiert.

Gut oder schlecht können allenfalls die Arbeitsbedingungen sein. Gut oder schlecht kann die materielle Anerkennung der Arbeit sein.            Und da fordern wir als Sozialverband Deutschland: Die Arbeitsbedingungen müssen so sein, daß jede Frau und jeder Mann ihren Fähigkeiten, Fertigkeiten, Erfahrungen, ihrem Wissen entsprechend eingesetzt wird und daß dabei auch die gesundheitlichen Möglichkeiten  berücksichtigt werden. Arbeit darf nicht krank machen!

All diese Probleme und noch viel mehr, werden in jedem Jahr am ersten Mittwoch im Monat April öffentlich diskutiert mit Politikern, Sozialwissenschaftlern und Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern.

Der Sozialverband Deutschland bringt sich kraftvoll in diese Diskussion ein mit eigenen Vorstellungen und Forderungen.

Der SoVD in Mecklenburg - Vorpommern bezieht im Namen seiner Mitglieder in der Nacherwerbslebensphase - NELP - Stellung:

„Wir wollen nicht mit der wenig schmeichelhaften Benennung als Seniorinnen und Senioren mit einem Seniorenteller abgespeist, am Seniorentisch plaziert, zu Seniorenveranstaltungen eingeladen, auf einem Seniorentreffen mit Kaffee und Kuchen bedacht werden. Wir wollen kein Seniorenparlament. Wir lehnen den Begriff Seniorinnen und Senioren ab! 


Wir, die Menschen in der Nacherwerbslebensphase, wollen stattdessen  eine gestaltende Kraft in allen gesellschaftlichen Bereichen, insbesondere in der Politik, in der Arbeitswelt und im Ehrenamt bleiben und fordern dazu Bedingungen , in denen wir dies auch können!“ 


Dr. med. Helmhold Seidlein

Landesvorsitzender des SoVD Mecklenburg – Vorpommern