Direkt zu den Inhalten springen

Pressemitteilung vom 21.05.2016

Schockbilder

Unser solidarisches Gesundheitssystem stößt an Grenzen. Neben vielen anderen Gründen ist dies auch Folge von Leistungen für Krankheiten aus gesundheitsschädlichem Verhalten. Dazu gehört auch der Gebrauch von Genussgiften wie Nikotin.

Nunmehr sollen Schockbilder auf Zigarettenpackungen von Tabakgenuss mit allen seinen bekannten Gesundheitsrisiken abschrecken. Nicht nur wir bezweifeln den Nutzen solcher bunter Bilder; letztendlich erreichen sie in erster Linie Menschen, leider wieder zunehmend auch Jugendliche, die sich bereits zum Rauchen entschlossen haben.

Wir halten folgende Maßnahmen für sinnvoller:

     1.    Erhöhung der Tabaksteuer auf ein solches Maß, dass daraus, die leicht zu errechnenden Kosten für die medizinische Behandlung incl. Rehabilitation, Hilfsmittel und eventueller Erwerbsminderungsrenten tabakbedingter Erkrankungen ohne Inanspruchnahme von Mitteln der solidarischen Krankenversicherung vollkommen gedeckt werden können.

     2.  Die Tabakindustrie muss einen Fonds für gesundheitliche Aufklärung finanzieren, der immerwährend, klientelbezogen und wirksam darauf angelegt ist, den Tabakkonsum drastisch zu verringern und letztendlich einzustellen.

     3.  Ähnlich wie bei der Umstellung der atomstromproduzierenden Industrie auf umweltfreundliche Energiegewinnung muss die Tabakindustrie gesetzlich verpflichtet werden, ihre Produktion umzustellen, d.h. nach und nach die Herstellung von Tabakprodukten zu reduzieren und letztendlich einzustellen. Ein Mix von Eigenbeteiligung der Industrie an der Konversion und staatlicher Unterstützung ist geeignet, die in diesem Bereich tätigen Arbeitnehmer für neue Aufgaben zu qualifizieren.