Pressemitteilung Dez.2015

Kassenärztliche Vereinigungen müssen Terminservicestellen ab Januar 2016 starten

   Die Terminservicestellen vermitteln Versicherten, die sich an sie wenden, innerhalb einer Woche einen Termin beim Facharzt – wenn eine entsprechende Überweisung vorliegt.

   Die Wartezeit auf den Termin darf vier Wochen nicht überschreiten.

   Kann kein Facharzttermin innerhalb einer Woche gefunden werden, ist dem Patienten ein ambulanter Behandlungstermin in einem Krankenhaus anzubieten.

   Voraussetzung für die Terminvermittlung ist, dass eine Überweisung zum Facharzt vorliegt – ausgenommen von dieser Überweisungspflicht sind Termine beim Augenarzt und Gynäkologen.

   Für verschiebbare Routineuntersuchungen und Bagatellerkrankungen gilt nicht die Vier-Wochen-Frist, sondern der allgemeine Grundsatz, dass die Wartezeit ange­messen sein muss.

   Die Versicherten haben keinen Anspruch auf die Vermittlung eines Termins bei einem bestimmten Arzt („Wunscharzt“).

Die Terminvermittlung umfasst nicht die Behandlung beim Psychotherapeuten, dies soll später folgen. 


Der SoVD in Mecklenburg – Vorpommern wird die Einführung dieses Projektes  begleiten. Er ist skeptisch, dass die angestrebten Ziele damit erreicht werden können, denn die Maßnahmen schaffen keinen einzigen Arzttermin mehr. Gäbe es freie Termine, wären die Wartezeiten kürzer. Die Konsultation  in den Tätigkeitsbereich von Krankenhausärzten zu verlagern, ändert die Situation nicht, da diese Ärztinnen und Ärzte ebenso keine freien Zeitvalenzen haben.

Es bedarf struktureller Maßnahmen, um allen Rat und Hilfe  Suchenden eine

zeitnahe Konsultation zu ermöglichen. Die auf Gewinnoptimierung gerichtete Medizin muss wieder eine bedarfsorientierte werden. Der SoVD hat entsprechende Konzepte veröffentlicht.

 

Dr. Helmhold Seidlein

Landesvorsitzender SoVD Mecklenburg-Vorpommern