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Pressemitteilung vom 20.08.2015

Patientenberatung muss unabhängig bleiben

Der SoVD – Landesverband Mecklenburg-Vorpommern übt scharfe Kritik an der unmittelbar bevor-stehenden Vergabe der Unabhängigen Patientenvertretung (UPD) an ein privatwirtschaftlich gewinn-orientiertes Unternehmen. Den Zuschlag soll offenbar die Sanvartis GmbH erhalten. Das Unter-nehmen ist bislang sowohl als Dienstleister für verschiedene Krankenkassen in Erscheinung getreten als auch in seiner Tätigkeit für Ärzte- und Apothekerorganisationen und die Healthcare-Industrie.

„Der Grundsatz der Unabhängigkeit und Neutralität würde beim ausgewählten Gebot massiv verletzt. Die hohe Qualität und die unabhängige Unterstützung von Patientinnen und Patienten ist in Gefahr, wenn die Beratung über einen kommerziellen Anbieter erfolgt“, erklärt der 1. Landesvorsitzende, Dr. Helmhold Seidlein. „Es ist nicht nachzuvollziehen, dass ein anerkanntes Beratungsangebot, das sich seit langem bewährt hat, nicht weiter finanziert werden soll. Dies gilt insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die Interessenvertretung von Patientinnen und Patienten durch die UPD mitunter unbequem für die Krankenkassen sein kann.“

Der 1. Landesvorsitzende befürchtet, dass der GKV-Spitzenverband und der Patientenbeauftragte der Bundesregierung entgegen dem begründeten Protest aus dem wissenschaftlichen Beirat der UPD sowie zahlreicher sozialpolitischer Interessenvertretungen an ihrem Vorhaben festhalten.

Wenn der bisherige Verbund der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) nach 2015 nicht mehr finanziert wird, stehen insgesamt 21 Beratungsstellen vor dem Aus. Betroffen ist auch eine Beratungsstelle, deren Träger der SoVD ist.

Der SoVD ist deutschlandweit eine der anerkanntesten und größten Organisationen für die Interessenvertretung von Menschen mit Behinderung und der Rechte von Patientinnen und Patienten. Über den Deutschen Behindertenrat entsendet der SoVD zudem Vertreterinnen und Vertreter in den gemeinsamen Bundesausschuss.