PM vom 20.09.2014

Der SoVD sieht die Not der Kinder

Jedes vierte Kind in Mecklenburg – Vorpommern wächst in Armut auf.

Der Sozialverband Deutschland verweist seit Jahren auf diesen unwürdigen, allen Aussagen des Grundgesetzes und allen Beteuerungen der Politik widersprechenden unsere Gesellschaft zutiefst beschämenden Zustand.

Statt eines gesellschaftlichen Aufschreies  erleben wir eine zunehmende Akzeptanz dieser Verhältnisse in den verschiedenen gesellschaftlichen Schichten und auch als Ausdruck von Verzweiflung und Mutlosigkeit in den vielen betroffenen Familien.

Die Antwort auf die Frage an das Kind: Was willst Du einmal werden?  Hartz IV! ist längst nicht mehr eine böse Karikatur, sondern insbesondere von Pädagoginnen und Pädagogen erlebte Wirklichkeit  in Deutschland und auch hier in Mecklenburg – Vorpommern.

Der SoVD begrüßt deshalb ausdrücklich , daß eine der demokratischen  Parteien im Landtag Mecklenburg – Vorpommern zum wiederholten Male dieses Thema aufgegriffen  hat, um durch eine  breit angelegte Kampagne die Aufmerksamkeit unserer Bürgerinnen und Bürger, der Politikerinnen und Politiker auf dieses unerträgliche und unsäglich schmerzende Thema zu lenken. Es soll aber auch ein Aufruf, eine Aufforderung an die betroffenen Familien sein, sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln und mit Unterstützung von Einzelpersonen, Organisationen, Verbänden und Parteien Gehör zu verschaffen. Das „Danke“ an den Tafeln muß  einem unüberhörbaren „Nein, danke, so nicht und so nicht weiter!“ weichen.

Der SoVD hat sich schon immer gegen die Alibifunktion der Tafeln und ähnlicher wohlfahrtsstaatstypischen Veranstaltungen gewandt und verweist immer wieder darauf, daß Deutschland eben kein Wohlfahrtsstaat sondern  nach unserem Grundgesetz ein Sozialstaat ist, in welchem Menschen in solidarischer Gemeinschaft zusammenleben und  in welchem die Gesellschaft und die von ihr beauftragten Politikerinnen und Politiker dafür sorgen müssen, daß keine Frau, kein Kind und kein Mann, keine Familie oder Gemeinschaft  ausgegrenzt, zurückgelassen oder vergessen wird.

Wir sind keine Almosengesellschaft und wir dürfen  auch keine werden.

Der SoVD wird die Kampagne der Linken mit Aufmerksamkeit verfolgen und das Thema Kinderarmut in all seinen Gliederungen, in all seinen Medien als vordergründig und dringend auf eine Lösung wartend ansprechen.

  Dr. med. Helmhold Seidlein

Landesvorsitzender SoVD M-V