PM vom 14.09.2014

Deutschland belegt trotz des Sozialstaatsgebotes und  der Forderung nach Solidarität im Grundgesetz in einer neuen EU-Staaten - weiten Studie nur    Rang 7.

Gute Beurteilungen  im Bereich der Gesundheitsversorgung können nicht darüber hinwegtäuschen, daß in vielen Bereichen, insbesondere der ambulanten fachärztlichen Versorgung, Mitglieder der Gesetzlichen Krankenkassen im Vergleich mit Versicherten der Privaten Krankenkassen bei Terminvergaben für Untersuchungen und Diagnostik benachteiligt werden.

Chancengleichheit bei der Aus- und Weiterbildung besteht ebenso wenig  wie Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt.

Auch für Teilhabe von Menschen mit Behinderungen besteht eine große Gerechtigkeitslücke.

Für Migranten sind in allen Bereichen soziale Benachteiligungen an der Tagesordnung.

Der Sozialverband Deutschland-Landesverband Mecklenburg – Vorpommern wieder holt seine Forderung nach Sozialer Gerechtigkeit in allen Lebensbereichen, von der Kindheit (jedes vierte Kind in Deutschland wächst in Armut auf) bis zum Rentenalter (Altersarmut bedroht aktuell etwa 12 % der Menschen jenseits der Erwerbslebensphase. Dieser Anteil wird sich voraussichtlich in den nächsten 20 bis 30 Jahren auf 25 % erhöhen.)

Langzeitarbeitslose (etwa 40 % der Arbeitslosen insgesamt) haben nur sehr geringe Chancen einer Rückkehr auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Nach zwei Jahren ist von ihnen die Hälfte immer noch ohne eine Erwerbstätigkeit.

Trotz einer zunehmenden Zahl von Erwerbstätigem allgemein haben Menschen mit Behinderungen nach wie vor wesentlich geringere Chancen, einen  Arbeitsplatz zu erhalten ( bei steigenden Beschäftigungszahlen allgemein sind die Zahlen der erwerbslosen Menschen mit Behinderungen im Vergleich 2013 und 2014 weitestgehend gleich geblieben  (etwa 180 000).

Frauen gelangen seltener in Führungspositionen als ihre männlichen Kollegen ( 30 % Frauen, 70 % Männer) Frauen erhalten  bei gleicher Leistung weniger Lohn  als Männer (minus 22 %).

Soziale Ungleichheit, nicht gelebte Solidarität, Ausgrenzung und Verweigerung stellt für die betroffenen eine schwere Verletzung ihrer Menschenwürde und Persönlichkeitsrechte dar und bedroht den sozialen Frieden in unserem Land.

Der Sozialverband Deutschland – SoVD  fordert: die konsequente Entwicklung einer solidarischen Gemeinschaft in Deutschland  und in Europa  und die Beseitigung jeglicher Diskriminierung.

 

Dr. med. Helmhold Seidlein

Landesvorsitzender

SoVD Mecklenburg - Vorpommern