PM vom 07.11.2014

17. Erwerbslosenparlament in Schwerin am 07.11.2014

Betroffene, Sprecher des Erwerbslosenbeirates M-V, Minister, Abgeordnete, Vertreter befreundeter und Sozialverbände, Gewerkschaftsfunktionäre, Presse und sonstige Medien trafen sich zu einer Standortbestimmung im Kampf um Abbau von Arbeitslosigkeit, Reduzierung von Langzeitarbeitslosigkeit, Verhinderung des Eintrittes von Langzeitarbeitslosigkeit. Ein Unwort, sicherlich, aber doch zutreffend: verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit. Der Begriff benennt die verhärteten Fronten zwischen Betroffenen, Institutionen, die helfen sollen, Arbeitsgebern und Politik. Und das Erschreckende, viele, sehr viele, auch gut gemeinte Bemühungen, um eine Rückkehr auf den Allgemeinen Arbeitsmarkt prallen an dieser Verfestigung ab. Die Chance, aus der Langzeitarbeitslosigkeit in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurückzukehren ist dramatisch gering. Und betroffen sind nicht nur die Langzeitarbeitslosen selbst, auch die Familienmitglieder, insbesondere die Kinder, geraten in den Sog und Strudel des Hartz IV Abstieges. Die Statistik gibt unterschiedliche Zahlen her, je nachdem, von wem sie erstellt wurde. In jedem Falle spiegeln die offiziellen Zahlen nicht die Wirklichkeit wieder, weil sie bereinigt u.a. durch Krankheit der Betroffenen sind. Die Initiative der Bundesregierung zur Reduzierung der Zahl der Langzeitarbeitslosen, von Ministerin Nahlis in dieser Woche verkündet, ist mit Geldmitteln so schwach ausgestattet, daß sie auch in unserem Bundesland nur einen Bruchteil der langzeitarbeitslosen Frauen und Männer erreichen kann. Diese Initiative löst das Problem nicht. Gefordert sind kreative Ansätze bei der Schaffung öffentlich geförderter Arbeitsplätze, aber auch bei der psycho-sozialen Begleitung von Langzeitarbeitslosen und nicht zuletzt auch der Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Job-Centren. Sie sind in einer Schlüsselposition. Frustration auf beiden Seiten des Schreitisches kann zu keinem guten Ergebnis führen. Das 17. Erwerbslosenparlament verabschiedete eine Resolution mit Vorschlägen und Forderungen. Zum 18. Erwerbslosenparlament 2015 wird die Politik aufgefordert werden, zu den Ergebnissen ihrer Bemühungen, die auch von Frau Ministerin Birgit Hesse sehr sachbezogen dargestellt wurden, zu berichten. Der Sozialverband Deutschland- SoVD in Mecklenburg – Vorpommern unterstützt die Resolution des 17. Erwerbslosenparlamentes und wird wie schon in den vergangenen Jahren aktiv im Erwerbslosenbeirat unseres Landes mitarbeiten. Der stellvertretende Landesvorsitzendes des SoVD, Siegfried Schwarze, wird diese Aufgabeweiter initiativreich wahrnehmen

Dr. med. Helmhold Seidlein

Landesvorsitzender SoVD Mecklenburg - Vorpommern