PM vom 29.04.2009

Stellungnahme des Sozialverband Deutschland Landesverband Mecklenburg – Vorpommern zur Überprüfung der Änderung von Altersbeschränkungen in Gesetzen des Landes (Drucksache 5 /2146 )

Zur Stellungnahme lag ein Anschreiben des Sekretariat des Ausschusses für Soziales und Gesundheit beim                                                   Landtag Mecklenburg -Vorpommern,

ein Fragenkatalog  mit 21 Positionen und eine Übersicht der Landesregierung zur den relevanten Gesetzen vor.  


Der Sozialverband Deutschland Landesverband Mecklenburg - Vorpommern begrüßt uneingeschränkt alle Initiativen, die Menschen im fortgeschrittenen Alter, die Menschen mit Behinderungen, Menschen ohne Arbeit oder sonst Benachteiligten, Ausgegrenzten und Vergessenen Chancen eröffnet das verbriefte Recht auf Teilhaben in Familie und Gesellschaft zu verwirklichen.

Dabei geht der Sozialverband Deutschland Landesverband Mecklenburg - Vorpommern davon aus,  dass weder Lebensalter noch Behinderung, weder Geschlecht noch Glaubensbekenntnis Hinderungsgründe sein  können, Menschen entsprechend ihres Leistungsvermögens im Arbeitsleben, im  Ehrenamt usw. erfolgreich tätig zu sein.

Das Recht auf ein menschenwürdiges Dasein, der  Artikel I des Grundgesetzes sowie das Sozialstaatsgebot verpflichten Entscheidungsträger aller Gesellschaftsbereiche, sich diesem Personenkreis mit besonderer Aufmerksamkeit zuzuwenden und dessen Potential zu nutzen.

Es darf keine Ausgrenzungen geben. Das Alter  kann kein Ausschlusskriterium sein, sondern  es ist im Gegenteil ein Potential, welches ein hohes Gut einer Gesellschaft darstellt.

Aktivitäten im Alter stabilisieren die Gesellschaft, schaffen Gleichgewicht zwischen den Altersgruppen, tragen zum sozialen Frieden bei und fördern Gesundheit persönliches und soziales Wohlbefinden. Inaktivität, Ausgrenzung, Last- und  Schuldzuweisungen an ältere Menschen und an Menschen mit Behinderungen  führen zur Isolation, zur Vereinsamung, zur persönlichen, sozialen und gesellschaftlichen Depression, fördern Krankheiten und führen zur Verkürzung von Lebenszeiten.

Die aufgeworfenen Fragen werden vom Sozialverband Deutschland, Landesverband Mecklenburg - Vorpommern als relevante und zielorientierte Fragen verstanden.

Sie  spiegeln zum Teil aufgeworfene Fragen und klar definierte Forderungen des Sozialverband Deutschland und anderer Sozialverbände wieder, wie sie in der Sozialstaatinitiative und in den Berliner Erklärungen, zuletzt zur Bundestagswahl 2009 formuliert sind. (s. Anlage).

Der Sozialverband Deutschland Landesverband Mecklenburg Vorpommern sieht in der vorliegenden Anfrage und der geplanten Anhörung eine ganz konkrete Auswirkung der von ihm erhobenen sozialpolitischen Forderungen für die Erhaltung und Weiterentwicklung des Sozialstaates Bundesrepublik Deutschland.  


Im folgenden werden Anmerkungen zu den aufgeworfenen Fragen, Positionen des Sozialverbandes Deutschland Landesverband Mecklenburg – Vorpommern dargestellt, die dazu beitragen sollen, im Land Mecklenburg  - Vorpommern eine solidarische Bürgergemeinschaft, ein vertrauensvollen Neben- und Miteinander der Generationen  und Umsetzung aller Möglichkeiten zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen,  von Menschen, die von Behinderungen bedroht sind, von Menschen aller Altersstufen, von Ausgrenzung Bedrohten, von Frauen, Migranten und allen potentiell Benachteiligten zu sichern.

Es sollen Anregungen gegeben werden und Forderungen aufgestellt werden, die Verfassungsrecht zur täglich von allen Bewohnern erlebten Demokratie auch in unserem Bundesland werden lassen.    

1. Wie bewerten Sie den vorliegenden Antrag?

Der vorliegende Antrag wird uneingeschränkt begrüßt.  


2. Welche Defizite sehen Sie bei der Inklusion von Senioren in Beruf und Ehrenamt?

Die Defizite sind offensichtlich und betreffen insbesondere älter3e Arbeitnehmer  in unqualifizierten Tätigkeiten aber durchaus auch Facharbeiter, Ingenieure und Hochschulabsolventen

Der grundsätzliche Fehler besteht darin, dass in der Gruppe älterer Arbeitnehmer nach Gründen gesucht wird, sie möglichst geräuschlos aus der gesellschaftlichen Wertschöpfungskette herauszudrängen und nicht umgekehrt in Anerkennung des hohen fachlichen und menschlichen Potentiales dieser Gruppe von Beschäftigten nach Gründen zu suchen, die gerade dazu zwingen eben diese Arbeitnehmer weiterzubeschäftigen.

Das gilt in besonderer Art und Weise auch für Frauen, die bekanntermaßen  im fünften Lebensdezennium eine sehr hohe Leistungsfähigkeit entwickeln können.

Ältere Beschäftigte stabilisieren das Betriebsklima, sind aufgrund ihrer Erfahrungen, ihres Wissens und Könnens unverzichtbar für die Gewinnung und Entwicklung eines kompetenten Nachwuchses in allen Berufen auch

Nicht zuletzt zwingt der demografische Wandel in den allermeisten Berufen, auch in Hochschulberufen, denken wir an die von der Verhältnissen erzwungene Möglichkeit auch als Arzt oder Ärztin über das 65. Lebensjahr hinaus  im Beruf bleiben zu können, das reiche Potential älterer Arbeitnehmer entsprechend den individuellen Möglichkeiten weit in das 7. teilweise 8. Lebensdezennium hinein zu nutzen.

Frühverrentung und ähnliche gesellschaftsschädigende, das solidarische Bewusstsein verletzende und die Sozialsysteme über Gebühr belastende weitere Maßnahmen haben hier zu einem Jugendwahn geführt, den es zu überwinden gilt. Menschlich ist dabei, dass ein Teil der betreffenden Arbeitnehmergruppe durchaus einen individuellen Gewinn in solchen Maßnahmen sieht.

Hier gilt es eine gesellschaftliche Diskussion in Gang zu setzen, den Wert schöpferischer Tätigkeit wieder als gesellschaftlichen Mittelpunkt zu erkennen , der allein in der Lage ist, den Sozialstaat Bundesrepublik Deutschland im Sinne des Grundgesetzes zu bewahren, zu stabilisieren und weiterzuentwickeln. 


3. Welche Handlungsmöglichkeiten und welchen Handlungsbedarf sehen Sie?

So muss die Regierung und muss das Parlament Denk- und Diskussionsanstöße geben, um den täglich erlebten Diskriminierungstatbestand Alter aus dem Arbeitsleben und dem gesellschaftlichen Leben allgemein zu eliminieren.

Altenparlamente stellen dafür trotz ihres anstößigen Namens, eine Möglichkeit dar, ausreichend it diese nicht.

Die Würdigung aller Bemühungen um ältere Arbeitnehmer, um Projekte für Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter muss täglich gelebte Realität sein.

Selbstverständlich kann die Bemühung um Inklusion älterer Menschen in der Gesellschaft nur auf der Basis fester Daten  gesteuert und befördert werden.

Die Regierung muss die notwendigen Daten zur Lebenssituation der älteren Bürger im Lande, insbesondere auch der älteren Bürger mit Behinderungen und der älteren Frauen erheben lassen, zügig zusammenstellen lassen, um Defizite aber ebenso auch gute Bespiele, die es zweifellos gibt (Altenparlament in Schwerin ) zu erfassen, zu veröffentlichen und somit einer Grundlage für die gesellschaftliche Diskussion zur Verfügung stellen, die geeignete ist, zur Besserung der Lebenssituation der benannten gesellschaftlichen Gruppen beizutragen. 


4. Welche weiteren Folgewirkungen hätten mögliche diesbezügliche Änderungen bei den bestehenden Altersgrenzen insbesondere für die jüngere Generation?

Folgewirkungen für die jüngere Generation wären das Erleben sozialer Gerechtigkeit, sozialen Ausgleiches, sozialer Stabilität.

Folgewirkungen wären die Entwicklung sicherer Zukunftsperspektiven mit dem Wissen um Gebrauchtsein, Eingeschlossensein und Inklusion in einem irgendwann einmal erreichten eigenen höheren Lebensalter.

Positive Beispiele schaffen Mut. Vorbilder schaffen neue Persönlichkeiten.

Der Sozialverband Deutschland, Landesverband Mecklenburg/ Vorpommern erkennt für die junge Generation nur Vorteile und keinerlei Nachteile, wenn der aktive Lebensbereich in seiner zeitlichen Dimension erweitert wird.

5. Wie bewerten Sie den gegenwärtig existierenden Lasten- und Interessenausgleich zwischen den Generationen in unserer Bundesrepublik?

Das Problem des gegenwärtigen Lastenausgleiches besteht darin, dass der im aktiven Erwerbsleben Stehende, der „Gebende“ nicht deutlich erkennen kann, dass seine „Gabe“ die Voraussetzung für einen Erhalt im eigenen späteren Leben ist.

Das Problem besteht darin, dass mit oben zitiertem Jugendwahn, die Erwirtschaftung der sozialen Sicherungssysteme auf immer weniger Schultern verlagert wurde und sich durchaus eine „Ich“ – Mentalität breit gemacht hat, die jeglichen gesellschaftlichen Bezug, rede realistische Ist- Bewertung vermissen ließ.

Es haben sich die klaren Monturen sowohl für die Jüngeren für die Älteren verwischt, , so dass dem Einzelnen nicht mehr eindeutig klar ist, warum er welche sozialen Angaben zu leisten hat bzw. woher er aufgrund welcher Basis er welche Leistungen erhält.

Und es ist die ständige Verletzung des Sozialstaatsgebotes und des Grundsatzes „Eigentum verpflichtet“ , dass nicht alle Möglichkeiten herangezogen werden und zum Regierungsprogramm und Regierungsauftrag werden, Möglichkeiten für Arbeit aller dazu fähigen Bürger zu schaffen.

Gesellschaftliche Realität in der Bundesrepublik Deutschland ist aber auch, dass ein gerechter Generationenausgleich vielfach nicht mehr erlebbar ist, weil die Zellen der Gesellschaft, die Familien ihre überragende stabilisierende Rolle verloren haben und es eben in den allermeisten Familien nicht mehr möglich ist, die Wertigkeit des Zusammenlebens der verschiedenen Generationen und die Wichtigkeit der in den einzelnen Generationen  erbrachten Leistungen zu erkennen und zu erleben.6. Inwieweit unterscheiden sich die Rahmenbedingungen für das Engagement von Senioren in beruf und Ehrenamt mit Blick auf die Städte und den ländlichen Raum in Mecklenburg – Vorpommern?

Die Rahmenbedingungen für das Engagement, auch im Ehrenamt sind zweifellose in den Städten größer als auf dem Land. Es sollte aber nicht der mögliche Umfang der Möglichkeiten  als etwas Trennendes erfahren werden, sondern  es sollten die Möglichkeiten am jeweiligen Wohnort erkannt, entwickelt und genutzt werden.

Die Vielfalt  der Stadt sollte nicht als Vorteil, die gemeindeorientierte  Möglichkeit in den dörflichen Regionen nicht als Nachteil gewertet werden. Dies würde je generell Konflikte für auch im aktiven Erwerbsleben stehende Bürgergruppen  hervorrufen und letztendlich der zunehmend erlebte, aber von Niemanden als richtig eingeschätzten Landflucht Vorschub leisten. 


7. Welche (finanziellen) Folgen hätten mögliche Änderungen bei den bestehenden Altersgrenzen für die Träger der ehrenamtlichen Strukturen / die Arbeitgeber?

Zu den möglichen finanziellen Folgen

kann der Sozial verband Deutschland, Landesverband Mecklenburg Vorpommern  nicht konkret Stellung nehmen. Hier ist die Regierung, wie oben schon aufgeführt in der Pflicht, entsprechende Bewertungen vornehmen zu lassen.

Eines ist aber sicher und richtig: ein Mensch, der das Gefühl des Gebrauchtseins, des Anerkanntseins erfährt und der soziale Sicherheit in der Gemeinschaft empfindet wird bei besserer seelischer und körperlicher Gesundheit sein, als ein Mensch in der Isolation, ein ausgegrenzter Mensch ein nicht gerauchter Mensch. Für diesen muß die Solidargemeinschaft letztendlich auch viel umfangreicher Mittel zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit bereitstellen. 


8. Inwieweit hat das Engagement von Senioren Ihrer Einschätzung nach Auswirkungen auf die Kostensituation  im Bereich der Sozialausgaben für ältere Menschen in Mecklenburg – Vorpommern?

Wir verweisen auf unsere Ausführungen zur Frage 7 und fassen zusammen:

Ein  Mensch mit sozialer Aufgabe wird deutlich weniger medizinische Leistungen in Anspruch nehmen müssen, als ein verlorener, vergessener, ausgegrenzter Mensch. 


9. Inwieweit hat das Engagement von Senioren Ihrer Einschätzung nach Auswirkungen auf die Kostensituation im Bereich Sozialausgaben für ältere Menschen in Mecklenburg – Vorpommern?

Ein Engagement von Senioren wird, wie oben schon ausgeführt zur sozialen Stabilität beitragen, wird Fachkompetenz und damit Produktionskapazität im Lande sichern, wird insbesondere für Auftraggeber aus Ländern, in denen Berufstätigkeit älterer Menschen eine Selbstverständlichkeit darstellt (Südostasien) ein Vertrauensunterpfand sein und wird bei entsprechenden lebensunterhaltsichernden Einkommen auch die Sozialsysteme im Bundesland und in der Bundesrepublik Deutschland sichern helfen. 


10. Welche gesetzlichen Barrieren bzw. Zugangsbehinderungen sehen Sie aktuell für das Engagement für Senioren in Beruf und Ehrenamt?

Hier wird auf die Zusammenstellung der Landesregierung verwiesen.: Die Texte sprechen für sich.

Der Sozialverband Deutschland Landesverband Mecklenburg Vorpommern fordert:

Jeder Bürger dies Landes hat entsprechend seinen erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten und seinen gesundheitlichen Voraussetzungen das Recht lebensunterhaltsicherndes Einkommen durch eigene Arbeit  am frei gewählten Arbeitsplatz zu sichern, sofern dem nicht arbeitsplatzspezifische oder Tätigkeitsspezifische Gründe entgegen stehen, die vom Bürger aus körperlichen oder geistigen Gründen nicht erfüllt werden können und somit zur Eigen- bzw. auch zur Fremdgefährdung führen könnten. Zu prüfen ist in solchen Fällen aber immer, ob durch Leistungen der beruflichen Rehabilitation  der angestrebte Arbeitsplatz nicht doch  für solche Bewerber erreichbar gemacht werden kann. 


11. Welche grundsätzlichen Chancen, aber auch welche möglichen Herausforderungen, z.B. für die medizinische Versorgung oder für andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, sehen Sie im demografischen Wandel?

Der demografische Wandel stellt eine Chance dar. Er ist keine Bedrohung  Der demografische Wandel führt, dies zeigt die angestoßene Diskussion  zur gesellschaftlichen Integration, ja zur Inklusion.  Der demografische Wandel wirkt beschleunigend auf die Entwicklung neuer Produktionsmöglichkeiten und er setzt Rationalisierungskompetenz in allen Bereich frei.

Der demografische Wandel führt zu neuen gesellschaftlichen Strukturen, die geeignet sind, die Gesellschaft, die Solidargemeinschaft zustabilisierten. Als Beispiel seien die Mehrgenerationenwohnungen und  – häuser  u.s. w. genannt.

Der Anstieg des Abteiles älterer Menschen im Lande führt zur Notwendigkeit der Schaffung von darauf ausgerichteten Strukturen im öffentlichen Raum, in den Einrichtungen des Gesundheitswesens usw.

Es werden sich bestimmte medizinische Fachrichtungen, wenn nicht alle mit Problemen des älteren Menschen befassen müssen, der Notwendigkeit eines selbständigen Fachgebietes Geriatrie wird  nicht mehr gegeben sein. Der Umgang mit älteren Menschen. Das Wissen um Körperreaktionen des älteren Menschen, die Erkenntnisse zur Besonderheit der Psyche des älteren Menschen werden Allgemeingut in allen medizinischen Fachgebieten sein. Es wird  sich ein höherer Qualifizierungsbedarf ergeben, aber kein höherer Bedarf im Sinne von mehr Ärzten. Ein  Mehrbedarf wird entstehen im Bereich der Pflegeberufe und dies insbesondere in ländlichen Reginen. Schwesterstützpunkte müsse eingerichtet werden, als ein Bespiel.  


12. Welche Veränderungen im gesellschaftlichen Umfeld sind Ihrer Meinung nach notwendig,  damit sich Ältere noch stärker engagieren (können), und in welcher Art und Weise sollte die Landesregierung in diesem Sinne tätig werden ?

Wie schon mehrfach ausgeführt muss die Landesregierung dafür siorge4n, dass anhand von exakten Zahlen und Übersichten, dem Problemen der alternden Gesellschaft offensiv begegnet werden kann.

Grundsätzlich muss die Landesregierung für die Durchsetzung aller Gesetze, Verordnungen und Bestimmungen sorgen, die  die gerade für ältere Menschen in allen Bereichen unabdingbare Barrierefreiheit sichern.

Hier besteht ein sehr großer Nachholbedarf. .Er ist so groß, dass er über mittelfristige Zeiträume viele Arbeitsplätze sichern kann. Er ist so groß, dass er im Rahmen des jetzt aufgelegten Konjunkturprogramms unbedingt Berücksichtigung finden muss. Die Konjunkturprogramme beinhalten die Chance auch für unser so vom Tourismus geprägtes Land  die Möglichkeiten des barrierefreien Tourismus wesentlich zu erweitern und somit zur Stärkung der Tourismuswirtschaft beizutragen.

 13. Welche Aufgaben werden heute ehrenamtlich realisiert, die in der Vergangenheit in Erwerbsarbeit geleistet wurden? 


Hierzu sollte die Landesregierung eine Erhebung durchführen. Die Frage an sich ist interessant.

Grundsätzlich haben wir aber schon die Position des Sozialverbandes Deutschland, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern dargestellt.

Allen Menschen, die über die entsprechenden Möglichkeiten verfügen. muss die Gelegenheit gegeben werden, durch wertschöpfende Tätigkeit ein lebensunterhaltsicherndes Einkommen zu erarbeiten. Verbleiben darüber hinaus Aufgaben, die mit dem Ehrenamt realisierbar sind, dann soll das Engagement der sich hier einbringenden Menschen aber auch anerkannt und gewürdigt werden.

 14. Welche Vorschläge zur Änderung landesrechtlicher Regelungen entsprechen der Übersicht des Ministeriums für Soziales und Gesundheit haben Sie ?

Angehörige der medizinischen Berufe sollen  grundsätzlich die Möglichkeit erhalten, bis zum 70. Lebensjahr kurativ, präventiv, rehabilitativ tätig zu sein.

Gesundheitliche Voraussetzungen und fachliche Kompetenzen müssen vorhanden sein und auch nachgewiesen werden Die Qualifizierung im Beruf in Arbeitsbereiche, die aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen) oder des schnellen Entwicklung der medizinischen Wissenschaften, auch für ältere Angehörige der Gesundheitsberufe geeignet sind, müssen von der Landesregierung gefördert werden.

Steuerliche Anreize für die Weiterarbeit oder auch die Weiterbeschäftigung nach Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze müssen geschaffen werden.

 15. Wie sollte sichergestellt werden, dass ein Heraufsetzen von Altersgrenzen -  bei Berufsausübung und für ehrenamtliche Strukturen – keine verpflichtende Wirkung für die betroffenen Seniorinnen und Senioren hat?

Grundsätzlich ist ein Heraufsetzen von Altersgrenzen nur dann eine sinnvolle Maßnahme, wenn für alle Betroffenen, sofern die persönlichen, insbesondere gesundheitlichen Voraussetzungen gegeben sind, entsprechende Betätigungsfelder auch zur Verfügung stehen.

Ohne die Zurverfügungstellung von Arbeitsplätzen kann eine Erhöhung der Altersgrenze nur zur Belastung aller Sozialsysteme werden.

Der Sozialverband Deutschland verschließt sich nicht grundsätzlich einer alle Bürger dieses Landes betreffende Erhöhung der Altersgrenze, sofern der Gleichheitsgrundsatz gewahrt bleibt und wie schon ausgeführt die Tätigkeitsbereiche zur Verfügung gestellt werden können, die es dem Einzelnen ermöglichen ein Lebensunterhaltssicherndes Einkommen zu erzielen.

 16. Außer durch die Aufhebung oder Verschiebung von Altersbegrenzungen sehen Sie welche Notwendigkeiten und Möglichkeiten, die Teilhabemöglichkeiten von Seniorinnen und Senioren am Berufsleben und am Ehrenamt zu verbessern und fördern zu können?

Dies ist eine Frage, die nur durch exakte Zahlen  zu Möglichkeiten der Wertschöpfung, zur Bereitstellung von Arbeitsplätzen für ältere Arbeitnehmer beantwortet werden kann. Beides liegt nicht vor.

Der Sozialbverband Deutschland, Landesverband Mecklenburg Vorpommern wiederholt aber seine Forderung: Jedem Bürger muss in Abhängigkeit von seinen persönlichen Voraussetzungen die Möglichkeit gegeben werden, auch bis zum Erreichen der neuen, höheren Altersgrenze durch Erwerbstätigkeit seinen Lebensunterhalt zu sichern. 


17. Erachten Sie grundsätzlich Altershöchstgrenzen für sinnvoll und wenn ja, welche?

Eine Altersgrenzenerhöhung ist dann sinnvoll, wenn die Ausdehnung der Lebensarbeitszeit durch Zurverfügungstellung von Arbeitsplätzen mit lebensunterhaltsicherndem Einkommen gewährleistet ist und wenn zum anderen die Erhöhung der Altersgrenze alle Menschen in dieser Bundesrepublik Deutschland betrifft.


18. Wie definieren Sie die Begrifflichkeiten  „Seniorinnen und Senioren“?

Der Begriff ist untauglich, ja diskriminierend. Er unterstellt Verlust an körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit, er unterstellt Bestreben auf Beharren, auf Ruhe, auf Verwertung von Geschaffenem.

Dies trifft für die allermeisten Menschen jenseits der heute geltenden Altersgrenze in unserem Lande nicht zu..

Die älteren Menschen haben ein recht auf Inklusion. Die besondere  Benennung eines Lebensabschnittes mit den benannten Unterstellungen oder auch konkreten Inhalten, macht eine solche Inklusion von vornherein unmöglich.

Der Sozialverband Deutschland, Landesverband Mecklenburg/ Vorpommern wendet sich deshalb mit Entschiedenheit gegen den Gebrauch dieser Begriffe in allen Lebensbereichen. 


19. Sehen Sie die  Notwendigkeit einer speziellen gesetzlichen Definition von Mitwirkungsrechten für Senioren in Mecklenburg – Vorpommern ?

Der Sozialverband Deutschland, Landesverband Mecklenburg / Vorpommern verlangt für alle Menschen im Lande die gleichen Mitwirkungsrechte. Die Definition  besonderer Mitwirkungsrechte für einzelne Gruppen entfällt damit. Sie wäre der angestrebten Inklusion abträglich,

Anders ist es mit den Notwendigkeiten, Regelungen zu haben und immer wieder zu präzisieren, die die speziellen Belange der Menschen mit Behinderungen betreffen. Solange keine vollständige Inklusion aller Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft erfolgt ist, machen sich Gesetze, Verordnungen, Regelungen, Anweisung erforderlich,. die dazu beitragen das Ziel der Inklusion zu erreichen.

20. Welche qualitativen und quantitativen Erkenntnisse haben Sie über das Engagement von Senioren im Arbeits- und Gesellschaftsleben in Mecklenburg –Vorpommern?

Die exakten Zahlen sollte die Landesregierung erheben. Es sollte aber nicht rückblickend darum gehen, erbrachte und gerade realisierte Leistungen zu erfassen, auszuwerten usw.

Die Stellung des Sozialverbandes Deutschland, Landesverband Mecklenburg/ Vorpommern ist klar: Jeder Bürger dieses Landes; soll die Möglichkeit haben eine unbeschwerte Jugend zu genießen, die bestmöglichste Ausbildung zu erhalten, eine lebensunterhaltssichernde berufliche Tätigkeit bis zur gesetzlich festgelegten Altersgrenze auszuüben und danach entsprechend seinem individuellen Leistungsvermögen und entsprechend seines persönlichen Lebensplanes weiter i auf dem Arbeitsmarkt oder nach Neigung und Wollen im Ehrenamt tätig zu sein. 


21. In welcher Art und Weise fühlen sich Senioren durch welche Altersbeschränkung beeinträchtigt?

Altersbegrenzungen sind in jedem Lebensalter ein Diskriminierungstatbestand. Bedingungen, die an bestimmte physische und psychische Parameter gebunden sind, erfüllen diesen Tatbestand nicht.

Insofern darf es ein keinem Bereich eine Ausgrenzung allein aus Altersgründen geben.

Dies fordert der Sozialverband Deutschland, Landesverband Mecklenburg /Vorpommern.

Jürgen Weigel

1. Landesvorsitzender  des Sozialverbandes Deutschland

Landesverband Mecklenburg Vorpommern

Dr. Helmhold Seidlein

Vorsitzender des Sozialpolitischen  Ausschusses

Sozialverband Deutschland, Landesverband Mecklenburg Vorpommern