PM vom 20.02.2009

Bericht in unserer Verbandszeitung

Der SoVD  mischt sich ein. Der Landesvorsitzende und seine Mitarbeiter  suchen Verbündete in der Politik.

Am 19.02.2009 stellten sich die Ministerin für Gesundheit und Soziales und zwei ihrer leitenden Mitarbeiter den Vorschlägen und Fragen des Landesverbandes M/V.

Es sei vorangestellt, daß seitens des Ministeriums der vom Verband vorgebrachte Wunsch zum Gespräch sehr zügig und mit konkreter Zeitvorgabe beantwortet wurde. Auch wurden konkrete Gesprächsthemen entgegengenommen, so daß beide Seiten Gelegenheit hatten, sich auf diesen wichtigen Termin gut vorzubereiten.

Die Ministerin, eine charmante sehr kundige Politikerin der SPD residiert derzeit in Schwerin am Dreesch Markt. In das angestammte Domizil am im Marstall wird sie noch in diesem Frühjahr umziehen. Dann sind dort  die Rekonstruktionsarbeiten abgeschlossen. Das Haus für Gesundheit und Soziales wird dann auch für seine Mitarbeiter gute, die Gesundheit nicht schädigende Arbeitsbedingungen bieten wie auch für die behinderten Mitarbeiter barrierefrei sein.

Der Empfang für die Kameraden Weigel, Ehrke, Hansmann, Schwarz, Nimsch und Seidlein war freundlich und interessiert.

Der 1.Landesvorsitzende beglückwünschte die Ministerin zur Übernahme des verantwortungsvollen und aus Sicht unseres Verbandes wichtigsten Amtes in der Landesregierung.

Er stellte dann Geschichte und Aufgaben und Selbstverständnis des Sozialverband Deutschland dar. Er  verwies auch nachdrücklich auf die gute Zusammenarbeit mit den anderen Sozialverbänden im Land in der sogenannten Sozialunion.

Es zeigte sich durch aufmerksames Zuhören der Ministerin und ihre Einwürfe, Erläuterungen und späteren Antworten auf die von Kamerad Weigel angesprochenen Fragen, daß sie zum Einen  sehr wohl die sozialen Probleme im Lande sehr genau kannte, daß sie zum anderen an Lösungsvorschlägen  arbeitete und daß sie sehr an der Zusammenarbeit mit dem Sozialverband Deutschland und an der dort vorhandenen Sachkompetenz interessiert war.

Es zeigte sich auch, und dies soll besonders hervorgehoben  werden, weil so nicht häufig  in Gesprächen mit Politikern anzutreffen, daß Sie sich auf dieses Gespräch genauestens vorbereitet hatte und ihre Mitarbeiter der  Ministerin die notwendigen Fakten und Zahlen umfassend  und genau zugearbeitet hatten.

Auch die zwischengeschaltete, weil so wichtige, Diskussionsrunde zur Rolle der Jugendarbeit, zu ihren Problemen und  den von Kamerad Ehrke erläuterten Vorschlägen folgte sie aufmerksam und war auch hier kenntnisreich bis in das Detail. Die von ihm angeschnittenen konkreten Probleme in Parchim waren ihr teilweise vertraut, teilweise nicht, weckten aber ihre fachbezogene Neugier.

Kamerad Weigel beschränkte sich nicht nur auf Informationen sondern er stellte als konkrete Forderung die sehr zügige, sehr umfangreiche und sehr frühzeitige Information des Sozialverband Deutschland bei allen die sozialen Belange der Menschen in unserem Lande betreffenden Verordnungen und Gesetzesvorhaben als eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche ergebnisorientierte Zusammenarbeit heraus.

Dem wurde seitens des Ministeriums zugestimmt.

Kamerad Seidlein sprach drei konkrete, die Mitglieder des Verbandes, aber vor allen die Betroffenen sehr bewegende Themen an:

Wie erreichen wir im Flächenland  Mecklenburg  / Vorpommern eine solche Arztdichte, dass Wartezeiten, Tendenzen zur Zweiklassenmedizin und Resignation der kranken, vielfach sehr alten Menschen, nicht zur Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes der Bürger unseres Landes führen.

Zwangsläufig musste dieses Thema mit den Fragen  nach Gewinnung von jungen angehenden Fachärzten für eine berufliche Tätigkeit hier im Lande verbunden werden .

Und als drittes, unseren Verband außerordentlich stark bewegendes Thema wurde die Herabsetzung des Landesblindengeldes angesprochen, welches vom Vorgänger der Ministerin, kurz vor seinem Wechsel an die Spitze der Landesregierung „auf den Weg“, aus Sicht des Sozialverband Deutschland allerdings auf einen völlig falschen rückwärtsgewandten, die tatsächlichen Nöte der Betroffenen nicht berücksichtigenden, Weg gebracht wurde.

Die Ministerin und ihr gesamtes Haus, so stellte sie überzeugend dar, hätten auch gerade diese Themen als Schwerpunkte ihrer Arbeit erkannt.

Sie führten und führen weiter intensive Gespräche mit der kassenärztlichen Vereinigung, um von dieser die uneingeschränkte Wahrnehmung ihres Sicherstellungsauftrages einzufordern sowie mit den Kassen, um diese anzuregen, sich ebenfalls mit der Kassenärztlichen Vereinigung dieses wichtigen Themas gemeinsam anzunehmen.

Die Ministerin berichtete über Veranstaltungen  an den beiden großen Medizinischen Fakultäten unseres Landes in Rostock und in Greifswald, auf denen Studenten für eine Arbeit hier im Lande gewonnen werden sollten.

Die Ministerin zeigte sich aber deutlich bedrückt über die Tatsache, daß sie wenig ethisch begründeten Widerhall bei diesen Veranstaltungen aus den Reihen der Studierenden verspürt hat.

Auch verwies sie darauf, daß mit verursacht durch den Numerus clausus an den Universitäten des Landes auch viele Stundeten aus anderen Bundesländern  eingeschrieben sind, die ihre berufliche Zukunft in ihren jeweiligen Landeskrankenhäusern oder dort befindlichen Praxen sehen.

Alle Teilnehmer  waren sich einig darüber, daß zum Einen erreicht werden müsse, dass ein viel größerer Teil der Studienabgänger als bisher, tatsächlich kurativ tätig wird. Auch muss von einem angehenden Arzt eine ethische Grundeinstellung erwartet werden, die der momentane Studienablauf anscheinend nicht geeignet ist zu entwickeln.

Hier müssen Gespräche mit den Universitäten geführt werden auch über konkrete Studieninhalte.

Verwiesen wurde von Kamerad Seidlein, und dies wurde vom Ministerium ähnlich gesehen, dass erfolgreiche Begleitung von Studenten in anderen Studienrichtungen durch potentielle spätere Arbeitgeber, d.h. durch die Industrie, ein gutes Beispiel auch für die Medizinstudenten sein könnte. Konkrete Ausgestaltungen einer solchen sehr frühzeitigen Bindung der Studenten an einen späteren Arbeitsplatz durch gezielte Förderung und ggf. auch materielle Unterstützung müssen besprochen werden. Der Sozialverband Deutschland, der Sozialpolitische Ausschuss des Landdesverbandes und Kamerad Seidlein  bieten dabei ihre Hilfe an.

Die Minderung des Landesblindengeldes habe sie sehr bedrückt, erklärte die Ministerin. Sie führte weiter aus, daß sie Bedarf an Unterstützung auch bei anderen Gruppen von Menschen mit Behinderungen sehe, sie denke dabei besonders an die Gehörlosen und Hörgeschädigten.

Das Landesblindengeld sei noch einmal aufgebessert worden. Es läge jetzt über der Höhe in Schleswig – Holstein,  wo die niedrigere  Summe durchaus aus auskömmlich angesehen werde.

Kamerad Seidlein anerkennt die Änderung gegenüber der ursprünglich beabsichtigen Absenkung, weist aber darauf hin, daß der Sozialverband  Deutschland nicht ruhen werde einzufordern, die Absenkung gänzlich zurückzunehmen.

Der Landesvorsitzende, Kamerad  Weigel, bedankte  sich bei der Ministerin und ihren Mitarbeitern für das aus seiner Sicht und der seiner begleitenden Kameraden, sehr konstruktive Gespräch. Er sähe die Belange vieler vom Sozialverband  Deutschland vertretenen Menschen im Lande in guten Händen. Er bietet seine und die Hilfe des gesamten Verbandes an, um die Situation der Menschen mit Behinderungen und sonstig sozial  Benachteiligten zu bessern.

Die Ministerin dankt.

Kamerad Weigel übergibt abschließend die 10 Forderungen des Sozialverband  Deutschland für die Bundestagswahl 2009.  Er erläutert, daß dies Arbeitsmaterial des Verbandes sei in allen Gesprächen, die zur Vorbereitung der Wahl geführt werden. Er drückt die Hoffnung aus, auf allen Ebenen der Politik  Gehör, Verständnis und konkrete Hilfe für diese Forderungen und ihre Umsetzung zu finden.

Die teilnehmenden Mitglieder des Sozialverband  Deutschland schätzen nach der Verabschiedung ein, daß dieses Gespräch nützlich, wichtig  und zum richtigen Zeitpunktgeführt worden war.

Der Landesvorstand wird darüber entscheiden, in welcher Art und Weise die Ergebnisse des ministeriellen Gedankenaustausches in die Arbeit des Verbandes im Lande und in die Arbeit der Sozialunion  Mecklenburg – Vorpommern eingebracht werden können.

Dr. med. Helmhold Seidlein