PM vom 02.05.2010

Gedanken nach einem Feiertag: 1. Mai 2010

Arbeit ist ein wertvolles Gut. Nicht immer ist uns dies bewusst, jedenfalls solange nicht, wie wir über einen Arbeitsplatz verfügen. Müssen wir uns als Kunden beim Jobcenter in die Reihe stellen, spüren wir dies aber umso mehr. Es ist richtig, der Arbeit einen Feiertag zu widmen. Sie ist die Basis für ein erfülltes Leben in der Gesellschaft und in der Familie, ja sie ist die unabdingbare Grundlage für die Existenz der menschlichen Gesellschaft. Richtig ist, an diesem Tag neben die Ehrung der Arbeit auch den Kampf um die Arbeit in den Mittelpunkt zustellen. Die Verteilung der Arbeit durch Menschen, die die Arbeitsmittel besitzen an die, die diese Arbeitsmittel benötigen, um ihre Arbeitskraft zur Sicherung eines würdevollen Lebens einsetzen zu können folgt vielfach nicht den Prinzipien einer solidarischen Gesellschaft. Nicht immer gelingt es und vor allen Dingen nicht für alle Mitglieder unserer Gesellschaft den Artikel 1 unseres Grundgesetzes Realität werden zu lassen. Nicht immer hat der, der arbeiten will auch die Möglichkeit dazu und kann nicht selbstbestimmt ein würdevolles Leben gestalten. Der Sozialverband Deutschland sieht Arbeit genug für alle, die arbeiten können. Er sieht genügend Arbeitsergebnisse, die allen Arbeitenden auskömmliches Einkommen für die selbstbestimmtes würdevolles Leben ermöglichen.

 

Der Sozialverband Deutschland sieht aber die in vielen bereichen unsolidarische Verteilung der Arbeitsergebnisse. Er sieht in vielen bereichen eine Verteilung von Arbeitsergebnissen, die Menschen vom würdevollen Leben ausschließt.

 

Auch am 1.Mai 2010 waren deshalb Mitglieder unseres großen Verbandes mit Gleichgesinnten auf den Straßen und auf den Plätzen unserer Republik und mahnten Bewahrung des Grundgesetzes, Würde für alle, Solidarität mit allen und Zukunftsicherheit für die nachfolgenden Generationen an. Der Tag wurde aber auch von ganz anderen Ansinnen geprägt. Chaos, Verwüstungen, körperliche Gewalt, kennzeichneten in einigen Städten des Landes diesen Feiertag. Sie verdeckten in den Medienberichterstattungen vielfach den eigentlichen Sinn des ersten Mai. Bewußt oder unbewußt wurden berechtigte Forderungen und Wünsche eines sehr großen Teiles unserer Bevölkerung weit in den Hintergrund geschoben. Kampfszenen, brennende Autos, zerschlagene Schaufensterscheiben, Randale und Sensationshascherei und Selbstdarstellungsbemühungen ließen wenig Raum für diejenigen, denen Sinn und Inhalt des 1. Mai wichtig waren. Wir, der Sozialverband Deutschland, können nicht nachvollziehen und wollen es auch nicht hinnehmen, dass Gesundheit und Leben unserer Polizistinnen und Polizisten gefährdet und aufs Spiel gesetzt werden, weil eine so verschwindend kleine Gruppe von Menschen, denen das Wort Solidarität im Leben noch nie über die Lippen gekommen ist, vielleicht auch deshalb, weil es ihnen noch Keiner vorgesprochen und erläutert hatte, Raum bekommt, sich an diesem Feiertag zu Lasten aller Steuerzahler auf bekannten Straßen und Plätzen auszutoben.

 

Wie bekunden unsere Solidarität ausdrücklich mit den gesundheitlich und materiell Geschädigten , mit den verschiedenen Einsatzkräften, die versuchten den Schaden zu minimieren. Wir unterstützen ausdrücklich alle Forderungen nach  verstärkter Prävention bis hin zur Nichtzulassung von sogen. Versammlungen, die von vornherein und allen Entscheidungsträgern auch bekannt allein auf Randale ausgerichtet sind.

 

Liebe Kameradinnen und Kameraden!

 

Wir alle haben nun wieder ein Jahr Zeit bis zum nächsten 1. Mai. Nutzen wir diese Zeit. Unterstützen wir alle, die mit den Menschen in unserem Lande einen ernsthaften Dialog führen wollen, die sich an Ausschreitungen dieser Art beteiligt haben oder gefährdet sind, im nächsten Jahr darin verwickelt zu werden, oder ergreifen wir dazu selbst die Initiative. Vermitteln wir diesen zumeist jungen Menschen die Werte einer solidarischen Gesellschaft. Vermitteln wir ihnen Geist und Buchstaben unseres Grundgesetzes. Lassen wir die potentiell gefährdeten Bürger unseres Landes und die potentiell gefährdeten Sicherheitskräfte nicht allein. Die Wiederentdeckung des wahren Inhaltes des 1. Mai wird dann möglich sein. Es wird dann wieder ein Tag der Arbeit und der wahren Solidarität sein. Denn Solidarität heißt auch Arbeit teilen zu können.

 

Vermitteln wir unsere Vorstellungen von einer solidarischen Gesellschaft. Zeigen wir unseren Verband als eine starke und sehr wichtige Kraft in der Interessenvertretung aller individuell Benachteiligten oder gesellschaftlich Ausgegrenzten. Helmhold Seidlein Landesverband Mecklenburg/Vorpommern