PM April 2009

Sozialverband Deutschland - SoVD befürchtet Pflegenotstand

Der Sozialverband SoVD warnt vor einem Pflegenotstand  in unserem Bundesland wie bundesweit.

Es zeigt sich  enormer Handlungsbedarf. Eine Reform des Pflegewesens ist unabwendbar.

Die steigenden Zahlen pflegebedürftiger Menschen müssen  die verantwortlichen Politiker wie die Pflegekassen, die Kassenärztliche Vereinigung und die Pflegedienste aufrütteln. Es fehlen gut ausgebildete Fachkräfte für eine bedarfsgerechte und auch kultursensible Pflege.

Es steigen die Armutsrisiken für  Menschen, die von Pflegebedarf betroffen sind.

Der Sozialverband Deutschland hat ein Konzept für eine  „Solidarische  Pflege-Bürgerversicherung“ erstellt. Wesentliche Punkte davon finden sich jetzt in den Koalitionsverhandlungen wieder.  Unser Verband schlägt neben verbesserter Leistung und Finanzierung eine effektivere Organisation der Pflegeversicherung vor. Aus Sicht des Verbandes sind insbesondere drei Maßnahmen erforderlich:

 

1.   Pflegeleistungen.

Sie müssen qualitative dem aktuellen Stand der Pflegewissenschaften entsprechen und müssen für alle Pflegebedürftigen gleich zugänglich sein.

 

2.  Die Einführung einer Pflege-Bürgerversicherung auf der Grundlage der Sozialen Pflegeversicherung ist unumgänglich. Nur sie kann auf Dauer für alle Menschen in diesem Lande im Bedarfsfalle  Pflege ohne Einschränkung sichern.

 

3.     Eine gerechte Finanzierung der Pflege  verlangt Wiederherstellung der Beitragsparität ebenso wie eine bessere Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit der Versicherten.   

 

Der SoVD mahnt eine Stärkung der professionellen Pflege an. Der SoVD fordert ein verbindliches und bundeseinheitliches System, welches eine verstärkte Personalausstattung in den Pflegeeinrichtungen gewährleistet. Eine der Bedeutung der Arbeit  entsprechende Entlohnung der Pflegekräfte

kann helfen, die Attraktivität des Berufsbildes zu steigern. Das allein reicht allerdings nicht aus.

Es muss darüber hinaus eine gesellschaftliche Wertschätzung für diese Tätigkeit  entwickelt werden. Dazu sind wir alle aufgefordert.

 

Dr. Helmhold Seidlein