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Lesermeinung vom 20.03.2021

Egoismus statt Solidarität?

„Egoismus statt Solidarität? Den eigenen Pflegekräften zahlt die Caritas oft mehr als im von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD)  für alle Pflegekräfte geplanten Tarifvertrag vorgesehen war. Verwehrt die Caritas tatsächlich Hunderttausenden Menschen, die in der Pflege arbeiten, faire Löhne für harte Arbeit?“

  1. „Beschäftigte in der Altenpflege können auf mehr Geld hoffen“, Süddeutsche Zeitung, 1. Februar   2021
     
  2. „Egoistisch“, Süddeutsche Zeitung, 25. Februar 2021
     
  3. „Das machen wir gemeinsam“, caritas.de, 20. Januar 2021
     
  4. „Caritas Mitarbeitervertreter zum Flächentarif: Die Chance ist vertan“, katholisch.de, 4. März 2021
     
  5. „Bundesweiter Tarifvertrag in der Altenpflege vorerst gescheitert“, katholisch.de, 25. Februar 2021
     
  6. „Ausgerechnet die Caritas“, taz.de, 25. Februar 2021
     
  7. „Caritaspräsident Neher: Veto zu Altenpflege-Tarif schadet uns“, katholisch.de, 5. März 2021
     

Zur dieser Diskussion um  Entlohnung von Pflegekräften bei der Caritas erhielten wir von einem Mitglied eine Meinungsäußerung:

„Zwei Dinge sind zu berücksichtigen:

Die Caritas zahlt mehr, macht also weniger Gewinn, weil sie nicht gleichzeitig die Zahlungen der Patienten erhöht. 
Niemand hindert andere Arbeitgeber daran diesem Beispiel zu folgen. 
Die Unterzeichnung  eines Tarifvertrages, in dem nicht gleichzeitig Kostenneutralität für die Patienten verankert ist, führt zweifellos zu deren Mehrbelastung. 
In dieser Gemengelage kann die Gewerkschaft nicht nur auf die Arbeitnehmer schauen.

Letztendlich wird eine beidseits zufriedenstellende Lösung erst dann erreicht werden, wenn die Pflege den Privaten aus den Händen genommen wird.

Die Pflege darf keine Gewinnorientierung haben. 
Derzeit sind die Renditen bei 14 Prozent und mehr. Längst ist die Pflege in den Händen ausländischer Fonds.

Der Staat,  unser Staat, ist gefragt. Aber er hört nicht auf Fragen. Lösung wäre: die Patienten gehen nur in kirchliche oder öffentliche Pflegeeinrichtungen. Den Privaten  werden alle Zuwendungen und Vergünstigungen gestrichen. Sie können sich ganz auf Selbstzahler konzentrieren. Auch dieser Markt ist groß und ertragreich. Der Wettbewerb erfolgt dann nur unter diesen betriebswirtschaftlich ausgerichteten Anbietern und über das Produkt einer besonderen Pflege. Dies würde auch bedeuten, dass eine Einzahlung aller Bürger in eine gemeinsame Pflegekassen, was ja vielerorts gefordert aber ebenso vielerorts abgelehnt wird, entfällt. Pflege wird für diesen Personenkreis alleinige Privatangelegenheit. 
Dann wären auch die marktwirtschaftlichen Prinzipien gewahrt.

Die  sozialversicherten Patienten müssten nicht mehr zahlen. Die Solidargemeinschaft eher weniger, weil alles Erwirtschaftete gleich wieder in den Pflegebereich fließen würde. Natürlich, verbeamten dürfte man keinen Mitarbeiter, auch keinen leitenden Mitarbeiter.“

Der Name des Mitgliedes ist dem LV bekannt.