Pressemitteilung vom 08.04.2018

Solidarität für Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland

Unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger gehören zu  uns. Wir haben als Deutschland der Welt dafür ein Versprechen gegeben.

Und  dennoch, hilflose Lehrerinnen und Lehrer müssen  Verunglimpfungen jüdischer, und auch christlicher, Kinder in den Klassen wahrnehmen.

Ebenso hilflose Politiker rufen nach polizeilichem Schutz jüdischer Einrichtungen  und Registrierung antisemitischen Verhaltens.

Endlich meldet sich der Zentralrat der Juden in Deutschland zu Wort, allerdings ohne konkrete  Forderungen, die der aktuellen gesellschaftlichen Realität in Deutschland entsprechen. Er hat  die Gefahr des neuen sich  in Deutschland ausbreitenden Antisemitismus wohl unterschätzt, einfach deshalb, weil er sich nicht vorstellen konnte, daß  der deutsche Staat gerade auf diesem Gebiet so umfassend versagen würde.

Der Sozialverband Deutschland in Mecklenburg-Vorpommern hat schon mehrfach darauf hingewiesen, dass verächtliche oder gar bedrohende Äußerungen und Handlungen gegen Menschen jüdischen Glaubens und ihre Einrichtungen in Deutschland eine Straftat sind. Das geschriebene Recht und das Rechtsempfinden verlangen sofortige Ahndung.

Wenn unser Bundestag sich in  wortreichen Auseinandersetzungen dazu durchringt, den Paragraf der Majestätsbeleidigung abzuschaffen, ausgelöst durch beschämende infantile Schmutzeleien eines TV Dummlings , kann man über diesen Aktionismus nur den Kopf schütteln, wenn der gleiche Politiker  bei der Bedrohung von Deutschen jüdischen Glaubens und zeitweise hier lebenden und arbeitenden jüdischen Bürgerinnen und Bürgern aus anderen Ländern noch mehr Polizisten vor den Synagogen aufstellen will, noch mehr Sozialarbeiter in die Schulen schicken will, der zulässt, dass hilflose Direktorinnen private Sicherheitsdienste in den Schulalltag integrieren, dann ist Gefahr im Verzuge, höchste Gefahr.

Wir, der SoVD in MV fordert keine Kampagnen, wir fordern keine Registrierung, wir fordern sofortige öffentlichkeitswirksame , den Strafrahmen ausschöpfende  Sanktionierung, tatschlich abschreckende  jeder gegen  Menschen jüdischen Glaubens in unserem Lande gerichteten  Aktionen, gleich durch wen sie begangen werden.

Wir versichern den Frauen, Männern und Kindern jüdischen Glaubens unsere Solidarität

Dr. Helmhold Seidlein SoVD Landesvorsitzender  Mecklenburg – Vorpommern