Pressemitteilung vom 06.03.2018

Ein Ranking der Bedürftigkeit bei Armen darf es nicht geben!

Die Diskussion um ehrenamtliche Leistungen, ihre Ausgestaltung und ihren Umfang sowie ihre Zielgruppen nimmt unerträgliche Formen an.

Die grundlegenden staatlichen Aufgaben Ernährung, Wohnen, Gesundheit, Arbeit, Kultur und Sicherheit, werden mehr und mehr in den Verantwortungsbereich der Bürger selbst verlagert.

Die Ärmsten der Armen, die Bedürftigsten der Bedürftigen, die Verdrängten, Verlorenen, Vergessenen, Nicht Vorzeigbaren und  Nicht Willkommen Geheißenen werden in unerträglicher Weise verhöhnt und gegeneinander ausgespielt.

Das System der Tafeln ist ein Schandmal im Gesicht unserer auf  sozialen Prinzipien beruhenden Gesellschaft.

Es ist ja keine solidarische Leistung, die da erbracht wird, sondern es ist mühsame und nur teilweise Sicherstellung eines der Grundbedürfnisse des Menschen. Ohne Essen kein Leben.

Der täglichen Vernichtung von tausenden Tonnen an Lebensmitteln wird damit nicht Einhalt geboten, eine Linderung der Not von einigen Menschen aber in Grenzen erreicht.

Wenn es dabei zu Verteilungsproblemen kommt, wenn sich dabei zwischen den Nahrungssuchenden  ein Konfliktpotential entlädt, so kann dies weder diesen Menschen noch den ehrenamtlichen Helfern angelastet werden.

Es muss den politisch Handelnden angelastet werden.

Sie lassen Armut zu, sie lassen Obdachlosigkeit zu, sie lassen zu, daß auch in diesem Jahr z.B. in unserer Bundeshauptstadt Menschen auf der Straße erfroren sind, währen sich die sogen. Szene bei der Berlinale und anderen Events feierte.

Der SoVD fordert klar und eindeutig:

Wohnung, Brot, Arbeit, ausreichende Medizinische Betreuung und Kultur für alle!

Ein „Ranking der Bedürftigkeit“ bei den Menschen, die arm sind, ist zynisch, verlogen und inhuman.

 

Dr. med. H. Seidlein

SoVD Landesvorsitzender Mecklenburg - Vorpommern