Pressemitteilung vom 01.01.2018

Grußworte zum Neujahr 2018

Liebe Freundinnen und Freunde im Sozialverband Deutschland,

2017 war ein gutes Jahr. Dennoch gibt es uns für 2018 viel Unerledigtes mit auf den Weg:

Immer noch meinen Menschen, ihren sozialen Frieden mit Spenden und Tafeln erkaufen zu können, statt kontinuierlich für Bildung, Wohnung, Arbeit Sicherheit bei Krankheit und  im Alter aller Menschen einzutreten und selbst auch einen spürbaren aktiven Beitrag dafür zu leisten.

Immer noch glauben Menschen, die von den Bürgern unseres Lande in politische Verantwortung gesetzt wurden, Frieden   durch Waffen sichern zu können, statt die für ein gutes Miteinander unumgängliche Einhaltung gesellschaftlicher im Grundgesetz verankerter Normen  und notwendige staatliche Autorität öffentlich deutlich wahrnehmbar  zu gestalten und konsequent durchzusetzen.

Immer noch  erliegen Menschen dem Irrtum, daß der hohe soziale Standard  in unserem Land  beliebig verteilbar ist, ohne dass sie selbst nach ihrem Vermögen dazu einen wesentlichen Beitrag leisten müssten. Und es gibt Menschen, die in träumerischen Illusionen ein Menschenrecht auf Nichtstun propagieren und von den Schaffenden in der Gesellschaft verlangen, dieses Nichtstun zu akzeptieren und zu befördern und zu sichern.

Immer noch garantiert der Staat aber nicht  das worauf die Würde des Menschen beruht, den Auftrag des Grundgesetzes , für jede Frau und jeden Mann in unserem Land eine Arbeitsmöglichkeit bereit zu halten entsprechend seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Immer noch werden die für die allermeisten Menschen in Deutschland wichtigen Einsichten und Werte von kleinen Gruppen, die zumeist selbst nicht mit an der Mehrung der gesellschaftlichen Vielfalt und des gesellschaftlichen Reichtums  aktiv mitwirken, in Frage gestellt , auch mit gewaltsamen Mitteln. Immer noch versuchen Minderheiten die Mehrheit zu majorisieren, nennen das mainstream und alternativlos und prangern jede kritische Äußerung dazu als gestrig, radikal, links, rechts oder sonst irgendwie an und ignorieren die tatsächlichen Wünsche, Hoffnungen, Ziele der übergroßen Mehrheit der Menschen in diesem Land.

Immer noch orientiert sich ein vielfach zersplittertes  und Partikularinteressen dienendes Bildungssystem in Deutschland an regionalen Interessen und Hoffnungen statt an der Wirklichkeit, stellt das Recht vor die Pflicht und den Wusch vor die Leistung.

Immer noch spaltet sich die Gesellschaft in Oben und Unten, und Verantwortung für Solidarität wird  in die unterschiedlichen Gruppen der Gesellschaft delegiert, anstelle sie als gesamtgesellschaftliche Aufgabe anzusehen: „ Du immer-ich selten oder  nie“.

Und nicht immer noch, sondern neu und bedrohlich:

Die Gesellschaft akzeptiert den eingeschränkten Schutz, „Es gibt keine absolute Sicherheit.“, durch gewählte und durch die Bürgerinnen und Bürger finanzierte staatliche Organe. Die Gesellschaft akzeptiert, dass Menschen Treppen hinuntergestoßen werden, vor die U Bahnen geschoben werden, mit Messern attackiert werden, in ihren Wohnungen  aus niederen Gründen ermordet werden, dass Mitbürger jüdischen Glaubens, diffamiert und bedroht werden, daß Frauen in Not sind, dass Kinder ohne Brot zu Schule kommen, dass nach einem schweren entbehrungsreichen Leben  Frauen und Männer sich um Brot und Wärme sorgen müssen und im Pflegefall zum Objekt der Gewinnmaximierung degradiert werden, dass todbringende Straßenrennen als Kavaliersdelikte abgetan werden, dass nur einmal vorhandene Ressourcen wie Boden, Luft, Wasser unwiederbringlich verbraucht werden, dass in vielen sozialen Bereichen das Risiko gesamtgesellschaftlich getragen, der Gewinn aber individuell kapitalisiert wird.

Und immer noch glauben Menschen, es würde alles gut bleiben, ohne ganz persönliche teilweise auch schmerzliche Anstrengungen unternehmen zu müssen, damit es tatsächlich gut bleiben kann.

Wenn wir wollen, dass 2018  erfolgreich wird wie 2017, dann müssen wir Änderungen zulassen, müssen wir Veränderungen einfordern und aktiv  daran mitgestalten in unserer Gesellschaft, in unserem sozialen Umfeld, in uns selbst.

Nur durch die Akzeptanz der Veränderung werden wir bewahren können, was uns wichtig ist und auch künftig Geltendes schaffen für ein Leben unserer Kinder und Kindeskinder in Frieden und solidarischem Miteinander.

Lassen Sie uns die Aufgabe unseres Sozialverband Deutschland als Soziales Gewissen der Politik in unserem Lande konsequent wahrnehmen. Viele Menschen brauchen uns!

Wünschen wir uns ein 2018 ohne Krieg, ohne Hunger, ohne Katastrophen und wünschen wir uns  die Kraft, die aus der Solidarität kommt, um Schwierigkeiten im Großen wie im Kleinen zu meistern. Halten wir in unserem Verband zusammen und versuchen, die Welt ein wenig freundlicher werden zu lassen.

Ihr

Helmhold Seidlein

Landesvorsitzender

SoVD Mecklenburg-Vorpommern