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Umfassende Teilhabe für Menschen in der Nacherwerbslebensphase

Der 5. April ist der „Tag der älteren Generation“, ein internationaler Aktionstag, der Mitmenschen auf die Situation und die Belange der älteren Generation aufmerksam machen soll. In Deutschland wurde dieser Tag 1968 durch die Kasseler Lebensabendbewegung (LAB) ins Leben gerufen. Seitdem wird an jedem ersten Mittwoch im April durch Aktionen und Veröffentlichungen auf die Rolle der Senioren in der Gesellschaft aufmerksam gemacht.

Zwischenzeitlich ist aus der Seniorengeneration, also einer gesellschaftlichen Gruppe in unserem Land, die im Ergebnis ihres Erwerbslebens gut situiert durch den Alltag geht –oder weiter, weil schon ein ganzes Arbeitsleben lang so, sozial ausgegrenzt, altersarm und einsam diesen Lebensabschnitt durchschreitet, eine zahlenmäßig immer stärkere und in allen gesellschaftlichen Bereichen, unverzichtbare Kraft geworden: in den Familien wie auch auf dem Arbeitsmarkt, aber insbesondere im Bereich der ehrenamtlichen Tätigkeit.

Immer mehr Menschen entschließen sich dazu, nicht wie vom Gesetz ermöglicht, zu einem Stichtag aus dem Erwerbsleben auszusteigen. Immer mehr Menschen entschließen sich, ihr Wissen und ihre Kraft im Ehrenamt zur Verfügung zu stellen. Immer mehr Menschen empfinden es geradezu als grotesk und auch als Diskriminierung, an einem bestimmten Datum „aussortiert“ zu werden.

Natürlich, die demografische Entwicklung trägt dazu bei, Erfahrungen, Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit von Menschen hoch zu schätzen, die bereits ein gesetzlich zeitmäßig festgelegtes Erwerbsleben absolviert haben. Die eigentlich treibende Kraft sind aber diese lebenserfahrenen, arbeitserfahrenen, im Konfliktmanagement erfahrenen Frauen und Männer, die erkannt haben, dass der Sinn des Lebens das schöpferische Sein ist.

Die Gesellschaft ist mehr und mehr auf diese Menschen angewiesen. Die Gesellschaft ist gefordert, in allen Bereichen Lebens- und Arbeitsbedingungen zu schaffen, die den Möglichkeiten und Wünschen dieser Menschen gerecht werden.

Gute Arbeit bedeutet für uns im SoVD nicht die Suche nach einer bestimmten angenehmen Arbeit. Es gibt keine angenehme oder unangenehme, keine gute oder schlechte Arbeit, es gibt nur notwendige Arbeit als Basis einer stabilen Gesellschaft. Insofern halten wir jede Arbeit für gut. Es ist eine unsägliche Diskussion um gute und schlechte Arbeit. Wer will schon schlechte Arbeit tun? Menschen, die sich für eine solche Arbeit bereiterklären, werden stigmatisiert.

Gut oder schlecht können allenfalls die Arbeitsbedingungen sein. Gut oder schlecht kann die materielle Anerkennung der Arbeit sein. Und da fordern wir als Sozialverband Deutschland: Die Arbeitsbedingungen müssen so sein, dass jede Frau und jeder Mann ihren Fähigkeiten, Fertigkeiten, Erfahrungen, ihrem Wissen entsprechend eingesetzt wird und dass dabei auch die gesundheitlichen Möglichkeiten berücksichtigt werden. Arbeit darf nicht krank machen!

All diese Probleme und noch viel mehr werden in jedem Jahr am ersten Mittwoch im April öffentlich diskutiert mit Politikerinnen und Politikern, Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern und Arbeitgeberinnen und -gebern. Der Sozialverband Deutschland bringt sich kraftvoll in diese Diskussion ein mit eigenen Vorstellungen und Forderungen.

Der SoVD in Mecklenburg-Vorpommern bezieht im Namen seiner Mitglieder in der Nacherwerbslebensphase Stellung:

„Wir wollen nicht mit der wenig schmeichelhaften Benennung als Seniorinnen und Senioren mit einem Seniorenteller abgespeist, am Seniorentisch platziert, zu Seniorenveranstaltungen eingeladen, auf einem Seniorentreffen mit Kaffee und Kuchen bedacht werden. Wir wollen kein Seniorenparlament. Wir lehnen den Begriff Seniorinnen und Senioren ab! Wir, die Menschen in der Nacherwerbslebensphase, wollen stattdessen eine gestaltende Kraft in allen gesellschaftlichen Bereichen, insbesondere in der Politik, in der Arbeitswelt und im Ehrenamt bleiben und fordern dazu Bedingungen, in denen wir dies auch können!“