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Sozialverband Deutschland 100 Jahre

Im Mai 2017 fanden sich unter dem Eindruck des kriegerischen Weltenbrandes und der Millionen Toten und körperlich und geistig Geschädigten sowie der hinterbliebenen Familien , Witwen und Waisen Männer zusammen, die nicht hinnehmen wollten, daß Not und Elend der Schützengräben und der zerstörten Städte allein von denen getragen werden sollten, die in ihrer übergroßen Mehrheit diesen Krieg nicht gewollt hatten, nun aber von den dafür Verantwortlichen im Stich gelassen wurden.

Der von diesen Männern am 23. Mai 2017 gegründete Reichsbund entwickelte sich zu einer Massenbewegung und bewirkte gesetzgeberische Aktivitäten für ein Kriegsopferversorgungssystem.

Natürlicherweise mußten sich die Reichsbundmitglieder gegen den „Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" (Clausewitz) aussprechen und somit gegen Heldenverehrung, die nichts anderes zum Ziel hatte, als auf weitere kriegerische Auseinandersetzungen einzustimmen. Der entsprechenden Gleichschaltung mit anderen Verbänden im 3. Reich stellte sich der Reichsbund durch Selbstauflösung entgegen. Den Ausbruch des erneuten Weltenbrandes konnte er nicht verhindern. Nach dessen Ende nahm er seine Arbeit wieder auf, nach 1989 auch in den sogen. Neuen Bundesländern.

Er entwickelte sich zu einem modernen sozialen Interessenvertretungs- und Dienstleistungsverband mit fast einer Dreiviertelmillion Mitgliedern.

Gegründet auf dem Sozialstaatsgebotes unseres Grundgesetzes vertritt er die Interessen von Menschen mit Behinderungen, Alters- und Erwerbsminderungsrentnern, Opfern von Gewalt und Terror und allen sozial Benachteiligten.

Der SoVD verfügt auch in Mecklenburg- Vorpommern über ein dichtes Beratungsnetz und führt erfolgreiche Rechtsvertretung bis zu den Sozialgerichten durch.

Er versteht sich als „soziales Gewissen der handelnden Politik", ist als einer der maßgebenden Verbände in Deutschland anhörungsberechtigt in allen sozialen Belangen und wird als sachkundiger Partner von Politik und Verwaltungen geschätzt.

Viele Teile der Sozialgesetzgebung gehen auf Initiativen und Konzepte des So VD zurück. Dies betrifft die Pflegeversicherung ebenso, wie die Besserstellungen von Familien mit Kindern, die schrittweise beschleunigte Anpassung der Renten in West- und Ostdeutschland, die Arbeit der Schwerbehindertenvertretungen, die Gleichbewertung der Arbeit von Frauen und Männern, die Inclusion als durchgängiges Konzept einer Solidarischen Gesellschaft.

Die kritische Begleitung und aktive Mitgestaltung des neuen Behindertenrechtes, die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes und die Auswirkungen des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes sind weitere Bereiche, mit denen sich der So VD beschäftigt.

Am 9. Juni 2017 wird der Landesverband MV des SoVD in Schwerin mit Gästen aus Politik, Verwaltung und befreundeten Verbänden an 100 Jahre engagiertes Eintreten für soziale Gerechtigkeit erinnern und Einblick in seine aktuelle Arbeit geben.

Frau Bundesministerin Manuela Schwesig und der Präsident des Sozialverband Deutschland So VD Adolf Bauer werden Grundsätzliches zur Sozialpolitik sagen.

Dr. med. Helmhold Seidlein

Landesvorsitzender So VD Mecklenburg -Vorpommern