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SoVD unterstützt Initiative zur Verbesserung der Bedingungen in Kitas und Horten

Der SoVD M-V ging am Samstag, den 15.09.2018, gemeinsam mit rund 200 Erziehern und Eltern, Gewerkschafts- und Parteienvertretern, auf die Straße, um für bessere Bedingungen in den Einrichtungen der frühkindlichen Bildung zu demonstrieren. Die Kundgebung, die unter dem Motto „Unsere Kinder sind es wert!“ stand, führte vom Rostocker Hauptbahnhof über das Bahnhofsviertel hin zum Kröpeliner-Tor-Vorplatz. Zu den Kernforderungen, für die sich der SoVD auch bereits in der Vergangenheit stark gemacht hat, gehören u.a. ein besserer Personal-/Betreuungsschlüssel, gleiches Geld für gleiche Arbeit in Ost und West (TVöD SuE), eine qualitativ hochwertige Ausbildung/Akademisierung des Berufes, keine Verschönerung der Personalzahlen durch Anrechnung von Auszubildenden auf den Personalschlüssel sowie Zeit und Honorar für Mentoren/innen. Der SoVD findet die geplante Beitragsfreiheit grundsätzlich gut. Aber es ist logisch, dass durch eine solche Gesetzesänderung die Nachfrage nach Betreuungsplätzen deutlich steigen wird. Das geschieht ausgerechnet in einer Zeit, in der schon jetzt viele Kitas an ihre räumlichen Grenzen stoßen und Erzieher schwer bis gar nicht zu bekommen sind.

Dass geringere Elternbeiträge zu einer höheren Betreuungsnachfrage führen, hat die Erfahrung in anderen Bundesländern wie Niedersachsen und Hamburg gezeigt. Auch wünschen deutlich mehr Eltern bei einer Beitragsfreiheit eine Ganztagsbetreuung. Um all dies aufzufangen muss die Landesregierung erst einmal die Bedingungen vor Ort verbessern. Sich des Personalschlüssels erst in der nächsten Legislaturperiode (das heißt ab 2021!) anzunehmen, wie es der Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Nikolaus Voss, auf der Kundgebung verlauten ließ, klingt wie ein Hohn gleichermaßen für die Kinder und die Erzieher und Erzieherinnen. Die Verbesserung des Personalschlüssels muss nicht danach, sondern gleichzeitig mit der Beitragsfreiheit einhergehen. Hierzu fordert der SoVD schon jetzt z.B. die Einführung einer flächendeckenden tariflichen Bindung und gegebenenfalls die   durch die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe ausgesprochene Versagung einer Betriebserlaubnis für Träger von Kindertageseinrichtungen, welche sich nicht in einer Nebenbestimmung dazu verpflichten, ihre Mitarbeiter tariflich zu entlohnen. Aber auch bestehende Kita-Betreiber können es sich nicht leisten, Erzieher zu vergraulen. Der Arbeitsmarkt ist leergefegt, es gibt einen unglaublich großen Bedarf. Die Landesregierung darf und soll nicht glauben, dass der zum Ausbildungsjahr 2017/ 18 neu angebotene dualorientierte Ausbildungsgang „Staatlich anerkannte/r Erzieher/in für 0- bis 10-Jährige“, daran etwas ändern wird. Nach Abschluss der Ausbildung werden die meisten Absolventen zu den Trägern wechseln, die ihnen ein mit dem Einkommen auskommendes Leben anbieten.

Darüber hinaus setzt sich der SoVD für die Nichtanrechnung der Auszubildenden auf den Personalschlüssel ein. Diese sind keine Assistenzkräfte im Sinne des § 11 Abs. 2 Kindertagesförderungsgesetz – (KiföG M-V), so dass sie auch keine unter Anleitung der Fachkräfte gleichen Aufgaben übernehmen können.