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Interessantes Männerfrühstück zu Gesundheitsfragen

Jörg Heusler bei der SoVD-Ortsgruppe Grimmen zu Gast

Ihr zweites Männerfrühstück in diesem Jahr hatten die Mitglieder der Ortsgruppe Grimmen des SoVD für den Mai vorgesehen. Nachdem beim letzten Treffen bereits Stadträtin und Bauamtsleiterin Heike Hübner die erhofften interessanten Informationen über Aktuelles und Zukünftiges in der Entwicklung der Stadt Grimmen vermittelt hatte, war nunmehr Jörg Heusler, Leiter des Fachbereichs Gesundheit des Landkreises Vorpommern-Rügen, Facharzt für Allgemeinmedizin und Öffentliches Gesundheitswesen, eingeladen. Kurz gesagt, der Leiter des Gesundheitsamtes des Kreises.

Ein Gast, ein Vortrag, der viel mehr hielt und brachte, als er vielleicht zunächst zu versprechen schien. Denn der gewonnene Referent aus dem Gesundheitsbereich des Kreises verstand es, interessant und offen zu berichten. Er begann seinen Bericht zunächst mit einer aktuellen Ärztebefragung in seinem Zuständigkeitsbereichs, ging dann aber auch sehr schnell und erschöpfend auf die zahlreichen Fragen aus dem Publikum ein. Und so erfuhren die über zwanzig anwesenden Mitglieder des Ortsverbandes viel Neues zu interessanten Fragen, Entwicklungen und Problemen der Ärzteplanung, der ärztlichen Grundversorgung und medizinischen Versorgung im Landkreis und damit natürlich auch der Stadt Grimmen und ihrer Umgebung.

Dabei war sehr schnell festzustellen, dass die Situation der Ärzteschaft, die ärztliche Grundversorgung und die medizinische Versorgung in unserer Heimatstadt vom Referenten und dem aufmerksamen Publikum, den Patienten also, zunächst sehr ähnlich eingeschätzt und betrachtet wurden. U. Nehls dazu: „Die Bürger haben sehr positiv auf die Neueröffnung der Augenarztpraxis von Dr. Jaques Darman reagiert, die sich bereits jetzt eines großen Zuspruchs erfreut.“

Dennoch wurde schnell deutlich, dass die gegenwärtige Situation von Ärzten und Patienten in Grimmen im Großen und Ganzen sehr positiv zu bewerten sei, jedoch auf beiden Seiten Besorgnisse über die zukünftige Entwicklung der Versorgungssituation bestehen. Nicht ganz unberechtigt, wie sich zeigen sollte. So sind zum Beispiel zwar nur 11 Prozent unserer Ärzte über 65 Jahre alt, jedoch denken circa 18 Prozent über eine mögliche Schließung ihrer Praxis in den nächsten Jahren nach.

Deutlich wurde auch, dass wir es bei der ärztlichen Versorgung in unserem Bundesland eher mit einem Verteilungsproblem, als mit einem zu geringen Ärzteaufkommen zu tun haben, selbst in Orten und Gebieten, die wie Grimmen über eine sehr gute Infrastruktur und vieles andere mehr verfügen. Deshalb müsse in einem Bundesland, das beispielsweise seine Ärzte in Greifswald und Rostock selbst ausbildet, auch alles nur Denkbare dafür getan werden, diese in ihrer überwiegenden Zahl wenigstens auch im Lande zu halten.

Ob zu einer möglichen Absolventenlenkung, zur Gehaltstruktur der Ärzte, zum Vertrauensverhältnis von Arzt und Patienten, zur Anzahl der Ärzte in der Verwaltung beziehungsweise dem Anteil des Verwaltungsaufwands in der Tätigkeit unserer Ärzte oder gar zum Problem einer bestimmten, ärztlich geforderten Medikation und deren Bereitstellung im Verhältnis von Wirkstoff und Preis in unseren Apotheken, auf all diese Fragen fand der „Arzt in der Verwaltung“ – Jörg Heusler – eine offene und ehrliche Antwort, die die Zuhörer oft auch zufriedenstellen konnte.

Und so fand Heinz May: „Manches haben wir ja bereits gewusst oder gespürt, und doch gab es heute auch viel Neues und Interessantes zu erfahren.“ Und Herbert Schoch fügte hinzu: „Ein interessanter Vortrag! Aber, wenn wir auf die Zukunft schauen …?“

Mit lebhaftem Applaus und einem Blumengruß der Veranstalter, überreicht von Ulrich Nehls, wurde Jörg Heusler herzlich verabschiedet und versprach, wenn gewünscht, gerne einmal wiederkommen zu wollen.