Der Pflegebluff

Nach einem aktuellen Report des Instituts der deutschen Wirtschaft soll die Zahl der Pflegebedürftigen innerhalb von 15 Jahren um  ein Drittel steigen, um etwa 70.000 pro Jahr. Für die Betreuung werden 150.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt, also 10.000 im Jahr.

Das bedeutet mithin 10.000 mehr Ausbildungsplätze, die von den Pflegebedürftigen finanziert werden sollen? Die Ausbildung dauert mindestens drei Jahre. Es müssten  also  in jeder stationären Pflegeeinrichtung  jährlich drei Auszubildende mehr an den Pflegeberuf herangeführt werden. Bei der generalistischen Ausbildung für Kranken-,  Kinderkranken- und Altenpflege wären das mindestens 30.000 Ausbildungsplätze im Jahr, aus denen eventuell ein Drittel der Auszubildenden später tatsächlich in den Pflegebereich wechselt.  


Der SoVD fordert wissenschaftliche Belege für diese Prognosen und ein wirksames Konzept des zuständigen Bundesministers, welches sich am Bedarf aber auch an den finanziellen Möglichkeiten und den Arbeitskräfteressourcen orientiert.

Ziel muss es nicht nur sein, Pflegebedürftige physisch und psychisch zu betreuen und ihre Teilhabe zu sichern, sondern durch soziale und medizinische Maßnahmen den Eintritt von Pflegebedürftigkeit zu verhindern und da, wo sie dennoch eingetreten ist, auf Ihre Beseitigung hinzuwirken. Es handelt sich dabei übrigens nicht um neue Forderungen. Dies sind gesetzliche Aufträge in den Sozialgesetzbüchern V, IX und XI.