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Liebe Freundinnen und Freunde,

Aktuelles

herzlichste Weihnachtsgrüße sende ich Ihnen von der verschneiten Insel Usedom. Es gibt sie noch, die weiße Weihnacht!

Tannenbaum mit Lichtern im Schnee

In der Nacht zum höchsten Feiertag vieler Christen in unserem Land aber auch für die Vielen, die den 24. Dezember und die Tage danach als größtes Familienfest im Jahreslauf sehen, hat sich die Welt geschmückt mit weißen glitzernden Kristallen. Sie vervielfachen den Glanz des Festes.

Sie erfreuen auch die Menschen, die an diesen Tagen im Beruf und im Dienst für andere da sind, und die nicht mit Kindern und Enkeln Schneespaziergänge erleben können.

Auch für mich ist die Arbeit mit erkrankten Frauen und Männern zum Weihnachtsfest etwas zum Beruf Gehörendes.
Es ist ruhiger in der Klinik, die Gespräche sind leiser, sie drehen sich auch nicht nur um Krankheit und mögliche Heilung. Patienten berichten von ihren Lieben zu Hause und hören gern zu, wenn Schwestern und Ärzte über Ihre Familien erzählen.  Es entsteht eine kurze, ganz anders geartete, Gemeinsamkeit zwischen Hilfesuchenden und Hilfegebenden.

Auch ich werde heute am Vorweihnachtsabend und morgen am Weihnachtstag durch die Klinik gehen, den Patientinnen und Patienten aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine gesegnete, eine frohe, eine gute Weihnacht wünschen.

Wie so manche Weihnacht in meinem Berufsleben wird auch in diesem Jahr die Zeit für die Familie begrenzt sein. Alle wissen das und haben es oft erfahren, und sich dennoch für gleiche oder ähnliche berufliche Tätigkeiten entschieden.

In diesem Jahr ist für viele Familien und für viele Helfende die Situation noch schwieriger als in anderen Jahren. Das Ende der coronabedingten Einschränkungen, auf das wir alle gehofft hatten, ist immer noch nicht absehbar. Besonders hart ist dies für Menschen, die dringend, sehr dringend, den Beistand ihrer Lieben brauchen, gleich ob im Krankenhaus, in nachgeordneten Einrichtungen oder in Alten- und Pflegeheimen.

Und so stehen zum Weihnachtsfest 2021 ganz zuerst die Wünsche für ein Ende dieser Familien zerreißenden, die Gesellschaft spaltenden Auswirkungen einer Epidemie, deren tatsächliche Eingrenzung oder gar Beendigung aber noch auf sich warten lassen wird.

Liebe Freundinnen und Freunde, wo und mit wem Sie auch dieses Fest verbringen, achten Sie auf Ihre Gesundheit, suchen Sie in der Familie und darüber hinaus Kontakt zu Einsamen und nicht im Lichte stehenden Frauen, Männern, Kindern. Sagen und zeigen Sie Ihnen, dass sie nicht vergessen sind, und seien Sie auch selbst offen für gute Worte und Gaben, die zu Ihnen gesagt und Ihnen gebracht werden.

Uns alle eint die Hoffnung auf eine Zeit nach Corona. Lassen wir uns diese von Niemanden nehmen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien alles Gute

Ihr

Dr. med. Helmhold Seidlein
SoVD – Landesvorsitzender Mecklenburg-Vorpommern